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Feuerwehren ermitteln die Besten

Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Hohenzieritz beim Löschangriff nass. In Blankensee wurde am Sonnabend der Ausscheid der Feuerwehren des Amtes Neustrelitz-Land ausgetragen.  FOTO: m. steffen
Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Hohenzieritz beim Löschangriff nass. In Blankensee wurde am Sonnabend der Ausscheid der Feuerwehren des Amtes Neustrelitz-Land ausgetragen. FOTO: m. steffen

VonMarlies Steffen

Kräfte messen war auf dem Sportplatz in Blankensee angesagt. Dort rollte ausnahmsweise nicht der Ball. Und nicht immer wurde gute Vorbereitung auch belohnt.

Blankensee.Christian Kayma reißt sich den Helm vom Kopf und wirft ihn fluchend zu Boden. Wieder ist was schief gelaufen. Der erste Lauf war schon nicht wirklich gut. Jetzt hat die TS Macken gezeigt. Dabei geht es doch um Sekunden, und genau die werden den Hohenzieritzer Feuerwehrleuten jetzt wohl fehlen…
Verdammt aber auch, warum muss die TS – die Tragkraftspritze – ausgerechnet aussetzen, wenn sich die Männer im Löschangriff nass befinden. Der ist eine Art Königsdisziplin bei einem Feuerwehrwettkampf. Und an solchem haben die Hohenzieritzer am Sonnabend teilgenommen.
Die Freiwilligen Feuerwehren des Amtes Neustrelitz-Land ermittelten in Blankensee ihre Besten. Für den Löschangriff haben die Männer aus Hohenzieritz monatelang geübt. Es geht nicht nur um Teamwork. Jeder Griff, jedes Detail soll sitzen. Akribisch werden Schläuche, Kupplungen und Verteiler kurz vor dem Start zurechtgelegt. Ein kurzes Klick, dann müssen die Kupplungen sitzen. Alle Aufgaben für die Beteiligten sind genau zugewiesen.
Während die einen so schnell es geht den Schlauch über die die 100 Meter lange Strecke befördern, koppeln die anderen den dicken A-Schlauch, der in einem Wasserbecken hängt und an die Tragkraftspritze muss, durch. Zwei Läufe hat jede Wehr.
Am Ende war der Ärger von Christian Kayma übrigens fast umsonst. Die Hohenzieritzer kamen hinter Grünow auf den zweiten Platz, dritter wurde Blankensee. Damit war zumindest der interne lokale Wettbewerb gewonnen: Man wollte sich vor den Kollegen aus Klein Vielen, Blumenholz und Kratzeburg platzieren.
Monika Meyer, die Ordnungsamtsleiterin des Amtes Neustrelitz-Land, kennt diesen besonderen Ehrgeiz der Feuerwehrleute. Sie trainieren, fiebern, gehen mit großer Anspannung an den Start und hadern dann mit sich, wenn die Technik dem Ganzen ein Schnippchen schlägt. Unter solchen Umständen ist die Enttäuschung besonders groß. Doch nicht alle sind so ehrgeizig. manche kommen auch mit dem Grundsatz „Teilnahme entscheidet“. Zehn Wehren aus dem Amt Neustrelitz-Land waren am Sonnabend bei dem Wettkampf dabei. Zudem präsentierte sich der Nachwuchs mit sechs Feuerwehren, zwei mehr als im Jahr davor.
Mit dem Löschangriff nass ist es allein nicht getan, auch die Disziplin Schlauch ausrollen und Knoten binden gehört zum Wettkampf. Hier erzielte die Useriner Wehr die besten Ergebnisse, zweiter wurde Blumenholz, dritter Grünow.Den Pokal des Amtes gewann die Freiwillige Feuerwehr aus Grünow.
Bei den Nachwuchswehren waren die Mädchen und Jungen aus Blankensee am stärksten. Zweiter wurde die gemischte Wehr Userin/Hohenzieritz vor Thurow. Hier wurde der Bundeswettkampf „Offene Gewässer“ absolviert. Dabei ist über mehrere Hindernisse eine Löschstrecke aufzubauen. In diesem Jahr ging auch wieder eine Frauenmannschaft an den Start.
Auf dem Sportplatz in Blankensee, auf dem sonst die Elf von Fortuna den Ball kickt, tummelten sich zum Wettkampf rund 200 Feuerwehrleute. und auch etliche Schaulustige. Aus dem Amt fehlte lediglich die Wehr aus Wokuhl-Dabelow. Hier gibt es nach dem Verlust eines Fahrzeugs immer noch keinen Ersatz.
Die Blankenseer sind erfahrene Gastgeber, allzuviele Austragungsorte für den Wettkampf auf Amtsebene gibt es nicht, sagt Monika Meyer. Etliche Gemeinden verfügen nicht mehr über große Sportplätze, Blankensee, Groß Quassow, Grünow und Wokuhl sind da in komfortableren Situationen. Gegenwärtig sind auch die Quadenschönfelder dabei, einen Platz herzurichten. Hier ist schon viel Eigeninitiative gezeigt worden, lobt die Amtsleiterin.

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m.steffen@nordkurier.de

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