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Flutkatastrophe wirkt sich auf Tourismus aus

Julia Schiller (links) und Gudrun Neumann in der Touristinfo Neustrelitz haben jeden Tag mehr zu tun: Die Ferien kommen.[KT_CREDIT] FOTO: gr
Julia Schiller (links) und Gudrun Neumann in der Touristinfo Neustrelitz haben jeden Tag mehr zu tun: Die Ferien kommen.[KT_CREDIT] FOTO: gr

VonAndré Grossunddpa

Die ersten „Hochwasser- flüchtlinge“ haben umgebucht und machen alternativ in der Mecklenburgischen Seenplatte Urlaub.

Seenplatte.Die Überschwemmungskatastrophe in Deutschland wirkt sich auch auf das Tourismusgeschäft in der Mecklenburgischen Seenplatte aus. Während sich rund um die Müritz die Zahl der Gäste spürbar mehrt, die wegen der Wassermassen in Bayern oder auch Sachsen in den Nordosten umgebucht haben, sind es in der Strelitzer Region noch Einzelfälle, wie eine Umfrage unserer Redaktion ergab.
„Wir hatten einen Urlauber, der ursprünglich in die Sächsische Schweiz wollte“, gab Gudrun Neumann von der Touristinformation in Neustrelitz Auskunft. Drei weitere Mails mit Umbuchungswünschen wegen des Hochwassers in südlicheren Urlaubsgebieten lägen vor. „Es ist noch nicht die Masse, aber das kann ja noch kommen“, ergänzte Kollegin Julia Schiller. Immerhin stünden die Schulferien der ersten Bundesländer vor der Tür. Das Hochwasser verschwinde ja nicht von einem Tag auf den anderen, und danach komme ja auch noch das große Aufräumen.
Ganz andere Erfahrungen hat Elke Stoll von der Touristinformation in Wesenberg gemacht. Auch in ihrem Geschäft wirke sich die Situation in den Überschwemmungsgebieten aus, aber negativ. „Wir haben Einbußen“, so die Fachfrau. „Touristen mit einer längeren Anreise zu uns kommen nicht, weil sie einen Zwischenstopp in Gebieten geplant hatten, die von der Flut verheert worden sind.“
Im Haus des Gastes in Feldberg sind bislang keine Auswirkungen der dramatischen Lage in Teilen Deutschlands zu verzeichnen. „Allerdings machen bei uns traditionell viele Sachsen und Anhaltiner Urlaub“, sagt Brigitta Richter von der Kurverwaltung. „Und da sorgen sich unsere Vermieter schon, dass da noch Stornierungen kommen könnten. Viele Menschen da unten haben jetzt sicherlich ganz andere Sorgen, als in die Ferien zu fahren.“
Der Tourismusverband Seenplatte hat bestätigt, dass die Anfragen von Urlaubern, die aus den Hochwassergebieten ausweichen, derzeit steigen. In den Touristinformationen in Waren, Malchow, Röbel, Rechlin und Plau werde jetzt Prospektmaterial beispielsweise aus der Sächsischen Schweiz oder dem bayerischen Landkreis Deggendorf ausgelegt, so dass die betroffenen Gebiete später vielleicht von Touristen profitieren, die dieser Tage in die Seenplatte kommen.

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