Di. 12. Juni 2012
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Denkmäler von Redaktion

Frischekur für Stammvater Borwin

Borwin wartet im Gebet auf den Morgen der Ewigkeit. Die Güstrower Restauratorin Paula Kropius rückt dem gewaltigen Epitaph im Dom zu Leibe. Noch dieses Jahr soll das Denkmal für den Domstifter in neuem Glanz erstrahlen.  FOTO: Jens Griesbach
Borwin wartet im Gebet auf den Morgen der Ewigkeit. Die Güstrower Restauratorin Paula Kropius rückt dem gewaltigen Epitaph im Dom zu Leibe. Noch dieses Jahr soll das Denkmal für den Domstifter in neuem Glanz erstrahlen. FOTO: Jens Griesbach
Gestartet ist die Restaurierung des gewaltigen Borwin-Epitaphs im Güstrower Dom. Die aufwendigen Arbeiten sollen noch dieses Jahr abgeschlossen werden.

Güstrow.Der Schmutz der Jahrhunderte bedeckt das 50 Quadratmeter große Wandgrab. Auf dem Sockel liegt Borwin, Stammvater mecklenburgischer Fürsten, Stadtgründer und Stifter des Güstrower Doms. Betend wartet er in seinem Harnisch auf den Morgen der Ewigkeit. Geschaffen hat das Denkmal für seinen Vorfahren Herzog Ulrich im 16. Jahrhundert. Ulrich wollte damit seinen Herrschaftsanspruch unterstreichen. Denn über Borwin erhebt sich acht Meter hoch sein Stammbaum, der von 1226 bis 1572, also bis zu Ulrich reicht – ein „Who is Who“ der Fürstenhäuser Europas. Hier weht den Betrachter ein Eishauch der Geschichte an. Daneben wirken die Ausbesserungsarbeiten der Restauratorin Paula Kropius geradezu banal. Doch sie sind von unschätzbarer Wichtigkeit, denn wer seine Geschichte vergisst, kann die Zukunft nicht gestalten. Diese Historie zu bewahren ist die Aufgabe der jetzt gestarteten Restaurierung des Borwin-Epitaphs im Güstrower Dom. Nach Dorotheen-Epitaph und Ulrich-Monument die nächste große Aufgabe im Altarraum von Güstrows ältestem Sakralbau.
Am Unterbau des Epitaphs bringt Paula Kropius eine Masse auf, die dem Stein das Salz entziehen soll. „Salz verursacht Schäden, das Gestein lockert sich“, erklärt die Güstrower Diplom-Restauratorin. Das Epitaph ist schadhaft. Es muss gereinigt und gefestigt werden. Kosten von 280?000 Euro sind dafür veranschlagt. „Das kann die Gemeinde nicht allein schaffen. Fördermittel sind beantragt, die Eigenmittel sind aber erheblich. Deshalb bitten wir um Hilfe“, sagt Dompropst Christoph Helwig. Wie schon beim Ulrich-Monument können sich potenzielle Spender auf einer großen Sponsorentafel im Altarraum einzelne Elemente des Epitaphs aussuchen und die Restaurierung mit ihrem Geld unterstützen. 8000 Euro sind so bisher zusammengekommen.
Noch dieses Jahr soll die Restaurierung des Borwin-Epitaphs abgeschlossen werden. Helwig wünscht sich den 28. Oktober. Denn dann wird der 64-Jährige nach 30 Jahren als Pastor im Güstrower Dom mit einem großen Fest in den Ruhestand verabschiedet. Die im Jahr 2003 gestartete Domrenovierung ist das Lebenswerk von Christoph Helwig. Daran hängt immer noch sein Herzblut. Seit zehn Jahren predigt er auf einer Baustelle. „Doch vieles ist bereits geschafft“, sagt er. Mit der Frischekur für Borwin wird die Innensanierung im wesentlichen abgeschlossen sein. Vor allem der Altarraum erstrahlt dann nahezu komplett in neuen Glanz. Das riesige Ulrich-Monument aus der Renaissancezeit, das filigrane Dorotheen-Epitaph, die aufwendige Teppich-Malerei hinter dem Altar – alles fertig. Dankbar ist Helwig dafür. Doch er lässt seinen Blick durch den Altarraum schweifen. „Jetzt fehlt nur noch die Kanzel.“jg
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