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Gasspeicher-Gegner warnen im Bergbauamt vor Risiken

Von unserem Mitarbeiter
Klaus-Jürgen Fischer

Die Bürgerinitiative
„Freie Erde“ im Bereich der Feldberger Seenlandschaft wird in Stralsund empfangen. Sie erfährt, dass die Gazprom bislang keine seismischen Untersuchungen
beantragt hat.

Triepkendorf/Stralsund.Eine Delegation der Bürgerinitiative „Freie Erde – kein Gas unterm Gras“ hat in dieser Woche das Bergamt in Stralsund besucht. In einem Gespräch mit Amtsleiter Thomas Triller und dem zuständigen Sachbearbeiter Viktor Neufeld informierten sich die Gasspeichergegner aus der Feldberger Seenlandschaft über den Stand des Genehmigungsverfahrens zur eventuellen Errichtung eines unterirdischen Erdgasspeichers durch die Gazprom Germania GmbH. Die Bürgerinitiative berichtete ihrerseits, dass sie bisher über 10400 Unterschriften gegen dieses Ansinnen gesammelt habe, dass sie auch weiterhin alle Schritte des Unternehmens kritisch begleiten werde. Sie verwies vor allem auf die nach ihrer Meinung bestehenden Risiken für Mensch, Umwelt und den Tourismus in der Region neben dem Müritz-Nationalpark und im Naturpark Feldberger Seenlandschaft.
„Die Reise hat sich gelohnt“, sagte Initiativen-Sprecherin Anja Rosenthal nach dem Treffen in Stralsund. „Uns wurde ein ergebnisoffenes Verfahren zugesichert.“ Wir konnten zahlreiche für uns noch ungeklärte Fragen stellen. So hätten die Gasspeichergegner im Bergamt erfahren, dass das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern im Falle einer Genehmigung keine erheblichen finanziellen Mittel von dem Unternehmen erhalten würde, weil in dem Falle keine „Förderabgabe“ fällig werde. Bei einem kürzlichen Treffen zwischen dem Bergamt und der Gazprom – so berichtete Amtsleiter Thomas Triller auf Anfrage – habe das Unternehmen noch keinen Antrag auf Zulassung von seismischen Untersuchungen oder einer Bohrung vorgelegt. Ende des Jahres laufe die Frist dafür aus, die allerdings auf Antrag verlängert werden könne.
Anja Rosenthal bedauerte nach dem Treffen, dass für das Bergamt bei der Entscheidungsfindung nicht von Belang sei, dass die Gazprom den Erdgasspeicher nicht für die Versorgung von Mecklenburg-Vorpommern brauche, sondern sich bei ihrem Vorhaben auf den westeuropäischen Markt orientiere.

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