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Großbaustelle findet ihren Platz zwischen zwei Brücken

In Canow entsteht derzeit ein neues Wehr. Die Baugrube für die eigentliche Anlage ist bereits vorbereitet. Ab Ende September soll an dieser Stelle ein befüllbarer Schlauch den Wasserstand regulieren.  FOTOs: Tobias Lemke
In Canow entsteht derzeit ein neues Wehr. Die Baugrube für die eigentliche Anlage ist bereits vorbereitet. Ab Ende September soll an dieser Stelle ein befüllbarer Schlauch den Wasserstand regulieren. FOTOs: Tobias Lemke

VonTobias Lemke

Beim Neubau des Canower Wehrs steht nur wenig Raum zur Verfügung. Die Logistik ist daher die größte Heraus- forderung. Zwischen Labus- see und Canower See entsteht in der Müritz-Havel- Wasserstraße das zweite Schlauchwehr der Region.

Canow.Nach seiner Fertigstellung wird das neue Canower Wehr doppelt so viel Wasser im Kanal abführen können als das bisherige. Die Kapazität werde mit dem Neubau von fünf Kubikmeter pro Sekunde auf dann zehn Kubikmeter gesteigert, erklärt Hendrik Reinhardt vom Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Eberswalde. In dieser Woche führte er fast 50 Auszubildende vom Oberstufenzentrum Teltow bei Berlin über die Baustelle in Canow und informierte über den Ersatzbau der dortigen Wehranlage.Für die angehenden Wasserbauerinnen und Wasserbauer ist der Besuch von Interesse, um einen besseren Einblick hinter so ein Bauwerk zu bekommen, sagt Berufsschullehrerin Silke Augsten.
„Das alte Canower Klappenwehr ist zwischen 100 und 150 Jahre alt, so ganz genau wissen wir das gar nicht“, sagt Reinhardt. Fest steht jedenfalls, dass die Anlage wenige Meter hinter der Baugrube ganz schön in die Jahre gekommen ist und die Planungen für einen Neubau daher schon lange in der Schublade lagen. Voraussichtlich im August soll das alte Wehr nun abgerissen werden und Ende September der Bau der neuen Anlage abgeschlossen sein.
Wie schon im benachbarten Strasen entsteht auch in Canow ein Schlauchwehr. Bei diesem Typus wird der Wasserabfluss über einen befüllbaren Wassersack reguliert. Über einen Befüllschacht werde ein langer Schlauch aufgepumpt, so Reinhardt. Mussten die Klappen des alten Wehrs noch per Hand geöffnet und geschlossen werden, so funktioniere bei der neuen Technik natürlich alles ferngesteuert aus der Zentrale.

Bau erfolgt im Kanal
an neuer Stelle
In den vergangenen Wochen ist die Baugrube im Canower Kanal vorbereitet worden. Der Einbau der eigentlichen Wehranlage erfolge nun als nächster Bauabschnitt, berichtet Reinhardt weiter. Abgesehen davon, dass Wasserbaustellen wohl immer eine besondere Herausforderung darstellen, gibt es in Canow noch zusätzliche Schwierigkeiten. Für die Baustelle zwischen zwei Brücken gelegen steht nur ein begrenzter Raum zur Verfügung. „Schwierig ist es für die Logistik. Das bedeutet nämlich, was angeliefert wird, muss auch gleich verbaut werden“, sagt der Mitarbeiter vom WSA. Ein für den Bau günstiger Umstand ist hingegen, dass an neuer Stelle vor der alten Wehranlage gebaut wird und somit nicht der alte Baugrund mit Holzpfählen angefasst werden muss.

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t.lemke@nordkurier.de

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