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Großes Psycho-Thema angepackt

VonAndré Gross

Zum Tag der seelischen Gesundheit werden wieder viele Besucher erwartet. Nicht nur Anbieter von Hilfen sind vertreten, auch Betroffene gehen an die Öffentlichkeit.

Neustrelitz.Siegrun Schreiber und Wolfgang Lüdemann tun etwas, wozu vielen anderen Leidensgefährten der Mut fehlt. Sie stellen Erfahrungsberichte zur Verfügung, scheuen sich nicht, damit an die Öffentlichkeit zu gehen. Schreiber erlebte die Arbeit als Faktor zur seelischen Gesundung, Lüdemann spricht über Sucht am Arbeitsplatz. Beide Betroffenen sind beim Tag der seelischen Gesundheit am Mittwoch, dem 12. Juni, zwischen 10 und 16 Uhr in Neustrelitz zu erleben.
Die vom Landkreis im Verbund mit Hilfeanbietern der Region zum neunten Mal organisierte Veranstaltung hat in der Vergangenheit immer ein breites Echo gefunden. Zeitweise war die Messe, die auch diesmal im Kiefernheidetreff am Maxim-Gorki-Ring stattfindet, an die Grenze der Besucherkapazität gelangt. Dazu beigetragen hat aus Sicht von Stefan Hilscher, Psychologe im Sozialpsychiatrischen Dienst der Kreisverwaltung, dass stets Schwerpunktthemen gesetzt wurden, die dem Puls der Zeit entsprachen. In diesem Jahr dreht sich alles um psychische Erkrankungen im Kontext der Arbeitswelt.

Krank durch Arbeit:
Bericht sorgt für Aufsehen
„Das ist derzeit das ganz große Psycho-Thema“, bekräftigt Hilscher. Erst im März hatte die Krankenkasse DAK dazu einen aufsehenerregenden Bericht vorgelegt, der eine Vervielfachung der Fälle auflistete, in denen Arbeit krank gemacht hat und es unter anderem zu Frühverrentungen gekommen ist.Insofern können sich Hilscher und Psychiatriekoordinatorin Kathrin Engel sicher sein, erneut ein großes Publikum anzusprechen. Erstmals werden auch privat niedergelassene Vertreter der Gesundheitsbranche ihre Dienste offerieren.
Neben Beratungen an den Ständen werden auch Workshops angeboten. So erfährt der Interessierte, wie er eigene Energiereserven erkennen und nutzen kann oder wie Handicap und Arbeitsleben miteinander vereinbar sind. „Neben der Kontaktmöglichkeit zwischen Bürgern und sozialen Trägern bringen uns derartige Tage auch in der Vernetzung der Hilfsangebote in der Seenplatte voran“, betont Kathrin Engel. Zusätzlich stellen sich regionale Selbsthilfegruppen beim Tag der seelischen Gesundheit vor, schwerpunktmäßig aus der Strelitzer Region.

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