Nordkurier.de

Gute-Laune-Musik mit Botschaft

Alle am selben Ort zu vereinen, ist gar nicht so einfach: Beim Band-Foto mit Sven Hirsekorn, Jörn Basniak, Toni Lange, Thilo Reddig und Dirk Roese (von links) fehlt halt – da hinter der Kamera verborgen – Micha Völcker. Wer alle sechs live sehen möchte, sollte heute ins Kunsthaus kommen.  FOTO: Micha Völcker
Alle am selben Ort zu vereinen, ist gar nicht so einfach: Beim Band-Foto mit Sven Hirsekorn, Jörn Basniak, Toni Lange, Thilo Reddig und Dirk Roese (von links) fehlt halt – da hinter der Kamera verborgen – Micha Völcker. Wer alle sechs live sehen möchte, sollte heute ins Kunsthaus kommen. FOTO: Micha Völcker

VonSusanne Schulz

Reggae-Bands sind zwischen Berlin und Ostseeküste eine Seltenheit. Von Neubrandenburg und Neustrelitz aus sorgen die Looney Roots für den jamaikanischen Sound.

Neubrandenburg/Neustrelitz.Bob Marley ist in Ordnung, als Identifikationsfigur für Reggae-Musik. Aber dass Reggae auch noch viel mehr zu bieten hat – daran wollen die Looney Roots keinen Zweifel lassen. Heute Abend hat die Neustrelitz-Neubrandenburger Band nach längerer Zeit, die zum Songschreiben und Proben genutzt wurde, wieder einen Auftritt: Gemeinsam mit den Nyabinghi Allstars aus Berlin will das Sextett ab 20 Uhr im Neustrelitzer Kunsthaus (Schloßstraße 2) dem Publikum einheizen, verspricht Gitarrist und Sänger Thilo Reddig.
Drei Jahre zurück reicht die Geschichte der Looney Roots, die ihr Markenzeichen aus dem Im-positiven-Sinne-verrückt-Sein und den unterschiedlichen musikalischen Wurzeln der Mitglieder zusammensetzte. „Erst war der Name einfach so da, bis uns ein besserer einfiele – aberirgendwann kannten unsLeute als Looney Roots, also blieb es dabei“, erzählt Thilo Reddig, Architekt von Beruf.
Studenten, Sozialpädagogen, IT-Experten gehören zur Band, deren Altersspanne von Anfang 20 bis Mitte 30 reicht und deren Mitglieder, einst alle Neubrandenburger, nun zwischen Neustrelitz, Berlin und Rostock heimisch sind. Sie zum Proben auf einem Fleck zu vereinen, klappt – wenn’s gut läuft – einmal im Monat.
Ansonsten hilft das Internet, zum Beispiel Song-Entwürfe „herumzuschicken“. Vor allem Thilo Reddig und Sänger Toni Lange schreiben die Lieder zu „klassischen Reggaethemen“. Da gibt es, wie Reddig erklärt, den Begriff Babylon „für alles Schlechte, sei es in politischer Hinsicht oder auchzwischenmenschlich“.
ImSinne guter Reggae-Musik den Zustand der Gesellschaft aufzugreifen, aber mit keineswegs platten Texten, ist Anliegen der Band. „Wir beschränken uns nicht auf ,Sunshine Reggae‘. Klar soll unsere Musik gute Laune verbreiten, aber auch eine Botschaft“, wünscht sich Reddig.
Was die beiden Songschreiber ersinnen, kommt erst mal auf den Prüfstand der Band-Demokratie. Überhaupt ist die Gemeinschaft gefragt: „Toni ist ein verdammt guter Sänger. Aberansonsten ist alles kollektiv gut verteilt, es gibt nicht den einen Star“, erklärt der Gitarrist, dessen Spezialität zu Anfangszeiten der Looney Roots noch das Schlagzeug war. In einer Videothek entdeckten Toni Lange und er ihr gemeinsames Faible für Reggae – eine Musikrichtung, die ansonsten zwischen Berlin und der Ostsee nicht so häufig gespielt wird.
Nach wechselnden Besetzungen fanden die Looney Roots nunmehr zu sechst ihren Weg, mittlerweile mit mehr eigenen als gecoverten Songs. Ein Keyboarder wäre noch willkommen. Einen Namen gemacht haben sie sich jedenfalls, begeisterten schon bei der „Langen Nacht der Künste“ in Neustrelitz und planen für die nächsten Monate noch einige größere Auftritte: Im Juni spielen sie bei der Fête de la Musique in Rostock, im August auf der Ideenwiese in Woserin und bei den Zahrener „Summervibes am See“.
www.looney-roots.de

Kontakt zur Autorin
susanne.schulz@nordkurier.de

Mehr zu diesen Themen
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
×