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Haus für Kinder macht die 60 voll

Die ganz Lütten haben in der Kita ihren eigenen Spielplatz, der zu Abenteuern einlädt.  FOTO: anke goetsch
Die ganz Lütten haben in der Kita ihren eigenen Spielplatz, der zu Abenteuern einlädt. FOTO: anke goetsch

VonAnke Goetsch

Für viele Strelitzer dürfte es ein erinnerungsträchtiger Ort sein. Seit 1952 werden in der Kita St.Elisabeth Steppkes betreut. Das bietet Anlass zum Feiern, den man sich natürlich nicht entgehen lassen will.

Neustrelitz.An diesen Ort dürften mittlerweile viele Generationen Erinnerungen haben: Im vergangenen Sommer haben die Lütten aus der katholischen Kita St. Elisabeth mit der goldenen 20 schon einmal geprobt, wie es ist, ein kleines Jubiläum zu feiern. 1992 wurde die neue moderne Kindertagesstätte in der Tiergartenstraße von den Kindern und ihren Erzieherinnen in Beschlag genommen. Doch jetzt im Juni dreht sich alles um den 60.Geburtstag der Einrichtung, deren Errichtung dem unermüdlichen Wirken der Katholischen Ordensschwester Gerlind zu verdanken ist.

Die Nachfragen kamen
bald aus der ganzen Stadt
Sie kam nach ihrer Erzieherausbildung in Berlin nach Neustrelitz, machte im Kinderheim ihr Praktikum, trat dem Orden der Franziskanerinnen bei, heute lebt sie in Rostock und ist „ihrer“ Einrichtung noch immer eng verbunden. „Wir hatten Anfang der 1950er Jahre sehr viele Kinder, die bei uns im Kinderheim lebten. Damit jedes zu seinem Recht kommt, wollten wir mit dem Kindergarten ein zusätzliches altersgerechtes Betreuungsangebot schaffen“, erzählt Schwester Gerlind. Zunächst nur als Heimkindergarten gedacht, wurde er zunehmend von Eltern aus der Stadt nachgefragt. Alle Räume, die sich irgendwie nutzen ließen, wurden um- und ausgebaut. Die Räume waren recht klein, zwischen 15 und 30 Quadratmetern, „doch alle Kinder haben sich hier sehr wohl gefühlt“, erinnert sich Schwester Gerlind, der es immer sehr leid tat, wenn sie Eltern absagen musste. Doch mit 80Plätzen war einfach die Kapazität ausgeschöpft. Wegen des Platzmangels wurde lange von einem großen Haus geträumt. Der Traum wurde dann nach 1989 wahr. Im Frühjahr 1991 wurde Schwester Gerlind von einem Bauarbeiter, dessen Frau und Tochter im Kindergarten arbeiten, gefragt „Habt ihr nicht etwas zu bauen für uns, unsere Firma geht sonst pleite.“ Ganz zügig beschaffte man Baugenehmigungen, kümmerte sich um die Finanzierung. Am ersten August 1992 wurde der Einzug gefeiert.
Heute werden in der Kindertagesstätte 178 Kinder ab einem Alter von drei Monaten von 21 pädagogischen Fachkräften und der Chefin Angela Tschaut betreut. Seit acht Jahren gibt es einen abgeschlossenen Bereich mit einem eigenen Spielplatz für die ganz Kleinen. Und auch heute ist die Einrichtung voll ausgelastet, deshalb empfiehlt die Leiterin rechtzeitige Anmeldung.
Mit zwei Festwochen soll der 60. Geburtag im kommenden Monat richtig gefeiert werden. Bei den Aktivitäten steht die Zahl 60 im Mittelpunkt. Die Lütten werden ihr Haus schmücken und in alten Fotoalben stöbern. Die obere Etage, berichtet Erzieherin Rosemarie Preuß – sie arbeitet seit 1976 in der Kita – wird sich in eine Burg verwandeln. Denn schließlich lebte die Namensgeberin der Einrichtung, Elisabeth von Thüringen (1207 - 1231), in einer Burg. Ihr christliches Menschenbild ist heute noch Vorbild für das tägliche Miteinander. Einer der Höhepunkte wird ein großes Familienfest am Sonnabend, dem 15. Juni, von 10 bis 13 Uhr sein, zu dem auch ehemalige Kindergartenkinder, Mitarbeiter, Eltern und Großeltern herzlich eingeladen sind.
Für gute Laune sorgt an diesem Tag unter anderem der Liedermacher Uwe Lal mit seinem Kindermitmachkonzert. Jedes Kind wird an diesem Tag einen Luftballon in den Neustrelitzer Himmel steigen lassen. Am 20. Juni findet eine Andacht mit einem Elisabethspiel statt, das die künftigen Erstklässler, einstudiert haben, das steht jetzt schon fest.

Kontakt zur Autorin
red-neustrelitz@nordkurier.de

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