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Hebe-Tempel wird „Mülltüte“

VonMarlies Steffen

Das Wahrzeichen im Neustrelitzer Schlossgarten zeigt sich mitten in der Tourismussaison von grauer Folie umgeben. Innen soll der Boden repariert werden.

Neustrelitz.„Das sieht ja aus, wie eine Mülltüte“, stoßseufzte dieser Tage ein Besucher im Schlossgarten, der eigentlich den Hebetempel besichtigen wollte. Nun gut, in den Müll soll das bedeutende Bauwerk nicht, aber eine dicke Plastikfolie trägt es.
Mit dem „Verstecken“ des Tempels werden wohl aber zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Es wird vom Regen geschützt und auch vor neugierigen Blicken, wenn Arbeiter werkeln. Der schon lange angekündigte Neueinbau des Terazzobodens steht nämlich endlich an. Die ursprünglich eingebaute Bodenfläche muss wieder raus, sie hat ein Feuchtigkeitsproblem. Der Baumangel ist bereits seit dem vergangenen Sommer bekannt. Da war der Tempel eigentlich schon einmal fertig saniert. Am Tag, als danach der erste Regen kam, blieben aber Pfützen auf dem Boden stehen. Außerdem wurden Risse im Terazzo gesichtet.
Nunmehr ist um die kreisförmige Fläche im Innenraum bereits eine Rinne gezogen, damit Nässe abziehen kann, wie der Nordkurier erfuhr. Die Reparaturen sollen noch im Sommer beendet sein. Anschließend soll auch die zentrale Figur des Tempels, die Göttin Hebe, ihr trübes Dasein, das sie jetzt noch am Rande der Orangerie fristet, beenden. So hieß es aus dem Betrieb für Bau und Liegenschaften des Landes. Die Reparaturarbeiten werden von einer Firma aus Sachsen ausgeführt. Die aktuelle Hebe-„Außenstelle“ veranlasste Nordkurier-Leser Wilfried Baganz zu einem Gedicht über die „Göttin im Abseits“ „Ach Hebe! Wohin hat es Dich verschlagen? Weil nasse Füße hattest Du, Obdachlos bald übers Jahr durch Pfusch am Bau!…“, schreibt er darin.

Kontakt zur Autorin
m.steffen@nordkurier.de

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