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Hügel gaukelt größeren Park vor

Die Hölzer sind für die Befestigung der Uferzone vorgesehen. Krumme Balken können jedoch nicht verwendet und müssen nochmal ausgetauscht werden. Für die Bauausführung im Mirower Schlosspark wurde die Neustrelitzer Firma Anschütz Grünanlagen-, Hoch- und Tiefbau GmbH beauftragt.  FOTOs: Tobias Lemke
Die Hölzer sind für die Befestigung der Uferzone vorgesehen. Krumme Balken können jedoch nicht verwendet und müssen nochmal ausgetauscht werden. Für die Bauausführung im Mirower Schlosspark wurde die Neustrelitzer Firma Anschütz Grünanlagen-, Hoch- und Tiefbau GmbH beauftragt. FOTOs: Tobias Lemke

VonTobias Lemke

Die Erneuerung des Wege- systems und der Grünan- lagen auf der Schlossinsel
laufen auf Hochtouren. Die Untersuchungen im Erdreich haben aber leider zur Enttäuschung der Boden- archäologen nicht mehr viel ans Licht geholt.

Mirow.Kiesberge, Schaufelbagger und Erdlöcher prägen derzeit die nähere Umgebung des Mirower Schlosses. Denn seit Ende des vergangenen Jahres befinden sich große Teile des Park auf der Schlossinsel in der Sanierung. Erste Strukturen wie der Wallberg oder die äußere Wegführung sind schon zu erkennen. „Bis August werden wir aber noch stramm zu tun haben“, erklärt Friedrich-Wilhelm Garve, Projektleiter bei der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten in Mecklenburg-Vorpommern.
Nach Abschluss aller Erd- und Bodenarbeiten werden dann im Herbst die ersten Pflanzungen vorgenommen. Erst danach werden die Bauzäune rund ums Areal wieder verschwinden. Ausnahme ist der Vorplatz zwischen Kavaliershaus und Schlossgebäude. Hier sind die Pflasterarbeiten abgeschlossen und der Bereich könne voraussichtlich in der nächsten Woche wieder freigegeben werden, kündigt Garve an.
Im Gelände hinter dem Schloss ist in den vorigen Wochen die obere Bodenschicht abgetragen worden. Die Hoffnung, eventuell noch alte Elemente des barocken Parks finden zu können, haben sich dabei leider nicht erfüllt. Lediglich in unmittelbarer Nähe zum Schlossgebäude fand sich Ziegelbruch, der einst als Untergrund für die Wege verbaut wurde. „Dass wir nicht mehr gefunden haben, ist ein bisschen enttäuschend“, bedauert Garve. Allerdings müsse man sich auch eingestehen, dass der Mirower Witwensitz des Herzoghauses Mecklenburg-Strelitz nicht jene Bedeutung inne hatte wie zum Beispiel Schloss und Park in Neustrelitz, so der Landschaftsarchitekt. Hinzu trete der Fakt, dass mit der Insellage in Mirow schon die Landschaftsbauer und Gärtner vergangener Jahrhunderte mit dem schwierigen Baugrund zu kämpfen hatten. „Um das Gelände zu stabilisieren, ist wohl ziemlich viel umgepflügt worden“, berichtet Garve.
Auchheute noch gibt es Stellen, die den Planern und Bauleuten ein paar Sorgenfalten auf der Stirn bereiten. Als „fragilste Stelle“ gelte die hintere Ecke des Parks am Ufer der Mirower Sees. So ist es dort morastiger als an anderen Stellen. „Da schauen wir zurzeit, wie das technisch zu lösen ist“, sagt Garve. Überall im Park werden unter den Wegen zum Beispiel spezielle Geotextil-Matten verlegt. Das soll zur Höhenstabilität des Wegesystems beitragen, das nach der Vorlage aus dem Hustaedt-Plan aus der Mitte des 19 Jahrhunderts wiederhergestellt wird.
Neben den ersten Wegbegrenzungen in Form von Metallbändern – die später jedoch im Boden nicht zu sehen sind – führen auch schon die ersten Treppen auf den Wall gegenüber dem Schloss. Dort soll eine Aussichtsstelle entstehen, und zwar nicht als dröge Plattform sondern als kleiner Blumengarten. Damit setze der Wallhügel nicht nur sprichwörtlich sondern auch örtlich gesehen das i-Tüpfelchen über dem Park. Geplant sind dort sowie neben dem Hügel kleine Rondelle mit Sitzbänken, die zum Verweilen einladen sollen. „Der begehbare Wall gaukelt ein wenig mehr Größe vor“, erklärt Garve aus landschaftsbaulicher Sicht. Denn der Mirower Schlosspark ist im Vergleich zu seinen Pendants in Neustrelitz und Hohenzieritz um einiges kleiner. Daraus ergeben sich auch Schwierigkeiten für die Bauausführung. Das Material muss etwa im Zentrum des Parks gelagert werden. „Wir gehen bei Sanierung sozusagen von Außen nach Innen vor“, erklärt Garve.
Nachder Fertigstellung wird es ob der geringen Größe auch keinen Gärtner in Mirow geben. Die Pflege soll an regionale Firmen vergeben werden. Ein wachsames Auge wird aber auch die Hohenzieritzer Schlossgärtnerin sowie der Kastellan des Mirower Schlosses auf die Grünanlagen haben.

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