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Hummerdialog und Fußballschwatz

Noch jung an Jahren, ist Restaurantleiterin Danielle Porth trotzdem Dienstälteste im Royal Inn. Sie ist 1997 nach Schulabschluss in Neustrelitz im Haus ausgebildet worden.[KT_CREDIT] FOTO: andré gross
Noch jung an Jahren, ist Restaurantleiterin Danielle Porth trotzdem Dienstälteste im Royal Inn. Sie ist 1997 nach Schulabschluss in Neustrelitz im Haus ausgebildet worden.[KT_CREDIT] FOTO: andré gross

VonAndré Gross

Das Royal Inn Park Hotel Fasanerie in Neustrelitz
hat trotz leichter Verunsicherung seinen Zwanzigsten gefeiert.

Neustrelitz.Innenminister Lorenz Caffier, Landrat Heiko Kärger und BürgermeisterAndreas Grund sind sicherlich nicht immer einig, wohl aber, was ihre Anerkennung für das Royal Inn Park Hotel Fasanerie angeht. Die von den Politikern vor 100 Gästen vorgetragenen Grußworte zum 20. Geburtstag des Hauses in der vergangenen Woche haben beim Geschäftsführenden Gesellschafter Oliver Bornemann bleibenden Eindruck hinterlassen.
„Wir haben die wirtschaftliche Kraft erreicht, aus der eigenen Substanz heraus zu existieren und uns zu entwickeln. Es tut gut, wenn das einem auch von außen bescheinigt wird“, so Bornemann in einem Gespräch mit dem Nordkurier. Der Hotelier war im April 2009 angetreten und hatte das Schiff wieder in ruhiges Fahrwasser gebracht, nachdem es unter wechselnden Geschäftsführern vom Kurs abgekommen war. Zwei Punkte seien es vor allem, die das Royal Inn von vielen anderen Hotels der Branche unterscheiden: Das 68-Zimmer-Haus ist über das Jahr gerechnet zu 70Prozent ausgelastet, was laut Bornemann „ein sehr ordentlicher Wert ist“, und die 15-köpfige Belegschaft nebst drei Auszubildenden stammt ausschließlich aus der Region. „Wir bieten dauerhafte, ganzjährige Arbeitsplätze“, betont der Chef.
Er darf sich seit vier Jahren über schwarze Zahlen freuen und hat das mit einem viertelstündigen Feuerwerk über dem Dach seines mit vier Sternen dekorierten Beherbergungsbetriebs gefeiert. Beialler Einmütigkeit der Jubiläumsgäste konnte eine Frage nicht abschließend geklärt werden: wann das Wiegenfest eigentlich zu begehen ist. Während laut Stadtarchiv das Hotel am 1. Mai 1993 eröffnet wurde, weisen eigene Unterlagen den 3. Mai aus, für den sich das Management dann auch entschieden hat.
Unbestritten ist, dass es der Unternehmer Bernd Jöllenbeck aus Heeslingen zwischen Hamburg und Bremen war, dem es auf der Suche nach einem Hotelstandort in Neubrandenburg oder Neustrelitz der Fasanerie-Teich mit umliegendem Grün angetan hatte. Jöllenbeck, der seinerzeit Geschäftspartner für die Investition im Osten gefunden hatte, ist im vergangenen Jahr verstorben. Sein Sohn Tim, bei der Einweihung des Hauses noch ein kleiner Junge, hält jetzt die väterlichen Anteile.
Bornemann blickt optimistisch auf die nächsten zwanzig Jahre und verweist unter anderem auf die extravagante Küche des Royal Inn, wo Dennis Malonek Hummer und Pommernrind in „Dialog“ treten lässt, aber auch Elch und Bison auf den Teller kommen oder sich Suppen als Latte Macchiato „verkleiden“. Und Bornemann wäre nicht Bornemann, wenn er nicht übergangslos bei der TSG Neustrelitz landen würde. Für den Sportlichen Leiter der Regionalligisten gehören Verein und Hotel „irgendwie zusammen“. Die TSG, so Bornemann, habe ihm Zugang zu Neustrelitz und Umland verschafft, nun gebe er das mit persönlichem Einsatz und als Sponsor zurück.

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