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In Comthurey herrscht großer Staubalarm

VonFranziska Gerhardt

Sein ganzer Garten ist grau, ärgert sich Anwohner Manfred Marczok. Grund ist der feine Sand auf der Hauptstraße im Oberdorf, der bei Verkehr aufgewirbelt wird und über die ganze Gemeinde zieht.

Comthurey.Eine feine Wolke aus Staub und Sand steigt über der Straße auf. Manfred Marczok zeigt, was passiert, wenn Autos bei ihm in Comthurey-Oberdorf auf der Hauptstraße vorbeifahren: Er wirft eine Schaufel von dem feinen Sand auf der Straße in die Luft. Wenig später kommt ein Fahrzeug vorbei und zeigt, dass der Anwohner nicht übertrieben hat: Es wirbelt einen richtigen kleinen Sandsturm auf, der lange in der Luft bleibt und die Kieskörner bis über die Gehöfte des kleinen Ortes ziehen lässt.
Manfred Marczok wohnt seit rund zwanzig Jahren in Comthurey, aber so etwas hat er noch nicht erlebt. „Gerade wenn Lkw kommen, ist der Staub besonders schlimm, aber Autos reichen auch schon“, sagt er. Sein ganzer Garten sei schon grau davon. „Wir können kein Fenster aufmachen, es ist furchtbar“, sagt er. Auch daran, die Wäsche im Garten aufzuhängen, sei gar nicht zu denken. Es staube von morgens bis abends. Mitte vergangener Woche habe die Straßenmeisterei hier den Sand abgeladen. Zwei bis drei Zentimeter hoch liegt er unbefestigtneben dem alten Pflasterder Dorfstraße.
„In den beiden ersten Tagen war es feucht, da ging es noch“, sagt Manfred Marczok. Er kann nicht verstehen, warum auf der Straße kein festes Fundament verlegt worden ist. Wegen der Umleitung aufgrund der Sanierungsarbeiten an der Ortsdurchfahrt Fürstensee komme zurzeit noch mehr Verkehr durch Comthurey.Der Anwohner befürchtet außerdem, dass hier nun nichts mehr passiert und er den ganzen Sommer mit den Staubwolken leben muss.
„Woher der lose Sand kommt, können wir uns auch nicht erklären“, sagt Haidrun Pergande, Pressesprecherin des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte. „Vergangene Woche haben Mitarbeiter der Kreisstraßenmeisterei den Sand dort festgewalzt.“ Das Material sei schon richtig, die Straße stehe unter Denkmalschutz und mit dem Sand werde ihr historischer Zustand wiederhergestellt. Um die Situation zu klären, werde in den nächsten Tagen ein Mitarbeiter vom Bauamt des Landkreises nach Comthurey fahren und sich die Sache ansehen.

Kontakt zur Autorin
f.gerhardt@nordkurier.de

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