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Irrenanstalt als Galerie entdeckt

Dicht gedrängt vor Bildern von Sylvester Antony aus dem Zyklus „Cocaine City“ saßen die Besucher der Vernissage.
Dicht gedrängt vor Bildern von Sylvester Antony aus dem Zyklus „Cocaine City“ saßen die Besucher der Vernissage.

Die Organisatoren von „Kunst:offen 2013“ haben mit dem Auftaktort einen Volltreffer gelandet. Mehr als 350 Besucher kamen in die ehemaligen Landesirrenstalt an der Domjüch bei Neustrelitz und sorgten für eine Rekordbeteiligung beim offiziellen Start der zum elften Mal in der Region angebotenen Atelierrunde. Mit 110 Künstlern an 92 Orten in der Seenplatte, die sich über die Schultern schauen ließen, hat „Kunst:offen“ insgesamt bewiesen, dass es sich immer noch steigern kann.

Vizelandrätin Ingrid Sievers (CDU) brachte es unter viel Applaus auf den Punkt, als sie von dem Domjüch-Areal als einem „ganz besonderen Ort“ sprach. Die hier im früheren Krankengebäude ausstellenden neun Künstler aus dem Landkreis hätten „hochinteressante Räume“ gefunden, für die der gastgebende Verein zum Erhalt der Domjüch „Unglaubliches geleistet hat“. Zuvor hatte Vereinsvorsitzende Christel Lau ob des großen Andrangs zur Eröffnung gestanden, ihr Traum sei in Erfüllung gegangen, „dass viele Menschen Interesse an unserer Arbeit und dieser Immobilie zeigen“.

Ausstellende mit großem Renommee

In die Ausstellung „9:Räume“ wurde von Albert Pyritz, Projektleiter des im Werden begriffenen Kulturquartiers Neustrelitz, eingeführt. Der Laudator stellte Sylvester Antony, Anke Fabian, Carolin Große, Bernd Lasdin, Joachim Lautenschläger, Arno C. Schmetjen, Detlev Schwarz, Katharina Vogt und Rene Winter als „Künstler mit großem Renommee weit über die Grenzen der Region hinaus“ vor. Zugleich würdigte der Kunstwissenschaftler die Seenplatte als einen Landstrich „mit einer überdurchschnittlichen Dichte des Kunst- und Kulturschaffens“, für das bei allen Fortschritten noch viel zu tun sei.

Adele Krien, Sachbearbeiterin Kultur in der Kreisverwaltung, hat zum zweiten Mal für die Seenplatte „Kunst:offen“ auf die Beine gestellt. Mit den Strelitzer Engagements trägt sie zum fünften Mal Verantwortung für das Großereignis. „Erfreulich ist, dass sich zunehmend auch die absoluten Profis zu dem Reigen einfinden, die am Anfang die als zu volkstümlich empfundenen Reihe ablehnten.“

Bei allem Aufwand mache es immer wieder Spaß, wenn man erleben könne, „wie Menschen für ,Kunst:offen‘ brennen“. So habe „9:Räume“ mit Rainer Grassmuck einen exzellenten künstlerischen Leiter und mit Christel Lau eine wunderbare Hausherrin gefunden. Die ehemalige Landesirrenanstalt, „deren geschichtsträchtige Wände allein schon Kunstwerke sind“, sei für einzelne Ausstellende gewöhnungsbedürftig gewesen. Letztlich habe sich das Bekenntnis zu diesem Ort aber voll gelohnt.
Die Schau ist bis zum 2. Juni samstags und sonntags von
11 bis 18 Uhr geöffnet.
 

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