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Italienische Momente ganz nah

VonSusanne Schulz

Bevor alle Genehmigungs- mühlen für Werke von Giacomo Manzù durchlaufen sind, trumpft die Plastikgalerie noch mit Dresdner Bildhauern auf.

Neustrelitz.Italiens Mühlen mahlen … nun, positiv ausgedrückt: sorgsam. Jedenfalls sind Raimund Hoffmann und Uwe Maroske guter Dinge, dass alle Formalien für die Ausstellung des Bildhauers Giacomo Manzù in der Neustrelitzer Schlosskirche rechtzeitig vollendet sein werden. Erstmals schließlich greifen die Kuratoren in dieser Saison über den deutschsprachigen Raumhinaus. Und italienisches Recht sieht vor, dass Leihgaben ins Ausland vom Kulturministerium genehmigt werden müssen.
„Diese bürokratischen Prozesse wappnen uns auch für Künftiges“, sagt Kunsthistoriker Hoffmann gelassen. Dass die mit der Fondazione Giacomo Manzù, der Nationalgalerie für moderne Kunst und privaten Leihgebern getroffenen Vereinbarungen den „Segen“ der Behörden erhalten, steht außer Frage.
Ohnehin wartet ja die Plastikgalerie Schlosskirche, bevor im Juli die Manzù-Werke eintreffen, noch mit einer weiteren hochklassigen Ausstellung auf: Ab 11. Mai werden in der Schau „Dresdner Bildhauer“ Arbeiten von Walter Arnold (1909–1979), Helmut Heinze (geboren 1932), Peter Makolies (Jahrgang 1936) und Hans Steger (1907– 1968) vorgestellt.
In Anlehnung an den Erfolg der „Meister der BurgGiebichenstein“ im Vorjahr, der zweiterfolgreichsten Ausstellung seit Bestehen der Plastikgalerie, wenden sich die Initiatoren damit erneut einer Stadt zu, die für die ostdeutsche Bildhauerei große Bedeutung hat. Ausgewählt wurden Werke dreier Künstler (Arnold, Heinze, Steger), die als Lehrmeister an der Dresdner Kunstakademie auch nachfolgende Generationen beeinflussten, sowie von Steinbildhauer Peter Makolies, der – so Hoffmann – als „singuläre Erscheinung“ gilt und durch seinen Sommerwohnsitz auf Usedom dem Norden verbunden ist.

Dresdner Internetseite könnte für Galerie werben
„Die Ausstellung setzt sich auch mit der Geschichte Dresdens und der Bombennacht 1945 auseinander“, kündigt Raimund Hoffmann an. So wird in Kopie und Modell ein Teil jener Figurengruppe zu sehen sein, die Helmut Heinze für die Kathedrale der von den Nazis zerbombten englischen Stadt Coventry schuf. Heinze, seit Jahren ein Verbündeter der Plastikgalerie, wird übrigens ebenso wie der Sohn von Hans Steger zur Saisoneröffnung in der Schlosskirche erwartet.
Ebenfalls einer Erfahrung des Vorjahres folgend, haben die Ausstellungsmacher die Stadt Dresden ermuntert, auf ihrer Internetseite über die Neustrelitzer Schau zu informieren. „Bei den ,Meistern der Burg‘ hatten wir viele Besucher aus Sachsen-Anhalt – und nicht wenige fragten, warum eine solche Präsentation nicht auch dort möglich sei“, berichtet Hoffmann.
Der künstlerischen Klasse der Plastikgalerie entsprechend werden in diesem Jahr die Drucksachen aufgewertet: So gibt es künftig für jede Ausstellung gestaltete Eintrittsbilletts statt des bisherigen Abreißblocks. Das Faltblatt für die Saison enthält zudem einen farbigen Flyer zur Manzù-Schau. So vorbereitet, sind auch Italiens Mühlen kaum mehr zu fürchten.

Kontakt zur Autorin
susanne.schulz@nordkurier.de

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