Nordkurier.de

Kabelsalat schreckt Girls nicht

VonSusanne Böhm

Fast 500 Mädchen
besuchen Männer
im ganzen Landkreis
an ihren Arbeitsplätzen.
In Wittenhagen lernen Schülerinnen den Alltag
von Computerspezialisten kennen.

Feldberg.Gleich zwei Rekorde haben Mädchen und Betriebe in der Mecklenburgische Seenplatte beim gestrigen Girl‘s Day im Vergleich mit den anderen Landkreisen Mecklenburg-Vorpommerns erzielt: Die meisten Schülerinnen und auch die meisten Unternehmen beteiligten sich an dem Aktionstag, bei dem jungen Frauen in Betrieben typische Männerberufe vorgestellt wurden.
63 Firmen und Einrichtungen öffneten in der Seenplatte fast 500 Mädchen ihre Türen. Im nur wenig kleineren Landkreis Vorpommern-Greifswald waren 45 Betriebe und etwa 350 Schülerinnen dabei. Marianne Eichler, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, ist stolz auf den Sieg. Unternehmen, Schulen und auch die Kreisverwaltung als organisierende Behörde haben „gut gearbeitet“, sagt Marianne Eichler. Es wäre auch schwer zu verschmerzen gewesen, wenn im größten Landkreis nicht auch die meisten Teilnehmerinnen und Gastgeber aktiv gewesen wären. „Wir wünschen uns allerdings noch mehr Mitarbeit von den Schulen. Die Schülerinnen sollten im nächsten Jahr noch intensiver auf den Aktionstag aufmerksam gemacht werden.“ Etwa 100 der von regionalen Firmen zur Verfügung gestellten Besucherplätze blieben leer.
Die Mädchen aus der achten Klasse der Fallada-Schule Feldberg nutzten den Tag für einen Besuch im Callcenter Wittcall in Wittenhagen – nicht im Telefonstudio, in dem Telefonistinnen Gespräche führen, sondern im Technikraum, von dem aus Systemadministratoren die Computeranlage konfigurieren und pflegen. Guido Nitzke und Matthias Hoth zeigten den Schülerinnen, dass ein auf Computer angewiesenes Unternehmen ohne die Netzwerkmanager nicht arbeitsfähig ist. Anfangs hatten die Mädchen Respekt vor der Masse an Kabeln und Technik. Sie wurden aber schnell warm mit dem ihnen bis dahin unbekannten Berufsbild. „Sehr informativ“, sagte die 14-jährige Lisa Schleicher. „Für mich hat sich der Besuch bei den Technikern gelohnt.“ Sie staunte, wie abwechslungsreich der Arbeitsalltag eines Informatikers ist.

Mehr zu diesen Themen
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
×