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Kondome aus dem Gebüsch gezerrt

Die Aufräumbrigade von der Linken hat gestern am Glambecker See jede Menge Unrat aus den Gebüschen und vom Grund des See-  ufers gefischt. Immerhin 15 Müllsäcke konnten in nur 90 Minuten Sammelzeit gefüllt werden.  FOTO: marlies steffen
Die Aufräumbrigade von der Linken hat gestern am Glambecker See jede Menge Unrat aus den Gebüschen und vom Grund des See- ufers gefischt. Immerhin 15 Müllsäcke konnten in nur 90 Minuten Sammelzeit gefüllt werden. FOTO: marlies steffen

VonMarlies Steffen

Für einen gemeinsamen Subbotnik hat leider in Neustrelitz der politische Wille bislang nicht ausgereicht. Jetzt hat die Partei Die Linke aufgeräumt. Am Glambecker See.

Neustrelitz.Wetten, dass es gelingt, in 90 Minuten 15 Säcke mit Müll vom Glambecker Seeufer zu füllen! Ja, es gelingt. Locker sogar. Etliche Neustrelitzer haben das am Mittwoch bewiesen. Die Mitglieder des Ortsverbands Mecklenburg-Strelitz der Linken hatten sich am Vormittag zu einem Arbeitseinsatz am Glambecker See verabredet. Nach 90 Minuten war man einmal rum um das Gewässerchen, und die 15 großen blauen Plastiktüten präsentierten sich prall gefüllt. „Vor allem im Uferbereich vorn im Wasser hat in diesem Jahr viel gelegen, so viel eigentlich wie noch nie“, schätzte Rolf Kadgien ein. Von dort fischte Kadgien mit seinem Parteikollegen Jochen Odebrecht auch jede Menge leerer Flaschen aus dem Wasser. An Land sammelte die Aufräumbrigade jede Menge Unappetitliches ein. Weggeworfene Taschentücher bildeten noch das geringere Problem, benutzte Kondome, die zum Glück mit einem Greifer aufgenommen werden konnten, waren schon ein andere „Liga“. Auch leere Kokaintüten hätten sich angefunden, berichteten die Müllsammler. Von den Unmengen an Pappbechern und zerrupften Kartons ganz zu schweigen. Auf den ersten Blick sei der Dreck gar nicht so zu sehen gewesen, beim Auseinanderbiegen der noch wenig begrünten Sträucher offenbarte sich das ganze Dilemma dann aber.

Ein Alleingang
war nicht geplant
Besonders viel Müll habe sich entlang des Uferwegs unterhalb des Carolinums bis zum Bootssteg, unterhalb der Adolf-Friedrich-Straße an der Badeanstalt und an der Ecke Adolf-Friedrich-Straße/Hohenzieritzer Straße angefunden.
Rolf Kadgien sagte dem Nordkurier, dass die Linken in Sachen Aufräumen in Neustrelitz keinen Alleingang machen wollten. Auf den Termin hätte sich der Ortsvorstand schon im Februar verständigt. Wäre eine gemeinsame Aktion der Stadtvertretung zustande gekommen, „hätten wir uns angeschlossen“, so Kadgien.
Die gemeinsame Aktion hätte es indessen durchaus geben können, aber offenbar war dies nicht der politische Wille von Stadtpräsident Andreas Butzki (SPD). Bereits in der Stadtvertretersitzung im November hatte Ernst-August von der Wense (CDU/FDP-Fraktion) dem Stadtpräsidentin vorgeschlagen, eine gemeinsame Aktion aller Stadtvertreter zugunsten einer sauberen Stadt anzuregen. Das hatte Butzki aber nicht weiter verfolgt. Bürgermeister Andreas Grund (parteilos) hatte zwar wortreich auf die kostenlose Grünschnitt-Annahme am Sonnabend verwiesen, eine gemeinschaftliche Aktion der Bürger aber auch nicht forciert in den Vordergrund gestellt.

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m.steffen@nordkurier.de

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