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Künftiger Sumpfbewohner schwebt zur Stippvisite ein

Klaus Reimers vom Bundesforst Vorpommern-Strelitz erklärt Vertretern der beteiligten Behörden bei der Bauabnahme das Stau-  werk, über welches sich künftig der Wasserhaushalt im Langen Bruch regeln lässt.  FOTO: Tobias Lemke
Klaus Reimers vom Bundesforst Vorpommern-Strelitz erklärt Vertretern der beteiligten Behörden bei der Bauabnahme das Stau- werk, über welches sich künftig der Wasserhaushalt im Langen Bruch regeln lässt. FOTO: Tobias Lemke

VonTobias Lemke

Südlich von Schillersdorf halten künftig zwei Stau- werke das Wasser in der Gegend. Dort sollen Moore und Feuchtwiesen entstehen.

Schillersdorf.Der Kranich hat sich am Waldrand bei Schillersdorf schon mal umgeschaut. In den vergangenen Tagen konnten hier 30 bis 40 dieser Vögel beobachtet werden. Künftig könnten die in Sümpfen und Mooren lebenden Tiere südlich von Schillersdorf optimale Bedingungen für einen Schlafplatz vorfinden. Mit der dort nun eingeleiteten Wiedervernässung von Niedermoorwiesen sollen aber auch andere seltene Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum finden.
Der Bundesforstbetrieb Vorpommern-Strelitz hat in Vereinbarung mit dem Straßenbauamt Neustrelitz die Maßnahme umgesetzt. Die Wiedervernässsung bei Schillersdorf wird als Ausgleich für den Eingriff in die Natur an anderer Stelle vorgenommen. Auf rund 35 Hektar sollen hier Feuchtwiesen und Moore als Kompensation für Baumaßnahmen wie etwa dem Radwegbau zwischen Vietzen und Mirow entstehen. „Für einen kleinen Kosteneinsatz erreichen wir hier viel für die Natur“, erklärt Ralph-Michael Nickel vom Straßenbauamt.
Zwei Stauwerke, die die Neubrandenburger Brunnen- und Wasserservice GmbH errichtet hat, verhindern künftig die Entwässerung der Gegend. Mit Treibsanden und munitionsbelastenden Arealen, die beräumt werden mussten, hatte das Baufeld dabei so manche Tücken parat. Dennoch liege man mit circa 170000 Euro Baukosten unter dem sonst üblichen Durchschnitt für Kompensationsmaßnahmen.
Während im Langen Bruch weiterhin eine extensive Nutzung der Nasswiese möglich sein soll, wird hingegen im Bullenbruch eine ungestörte Entwicklung der Flächen angestrebt. „Es soll ein Mosaik der verschiedenen wasserabhängigen Lebensraumtypen entstehen“, sagt Klaus Reimers vom Bundesforst Vorpommern-Strelitz. Am Rande des Bullenbruchs sollen Weideflächen verbleiben.
Wurden früher meist Ersatzpflanzungen vorgenommen, so seien nun verstärkt Ausgleichsmaßnahmen wie die aktuelle bei Schillersdorf gewollt, sagt Gabriele Willöper vom Umweltamt des Landkreises. „Die Wiedervernässung wirkt sich positiv auf den Wasserhaushalt aus. Das Grundwasser bleibt wie bei einem Schwamm in der Region erhalten“, erklärt sie. Während sich die Vegetation den neuen Naturraum schnell erobern wird, wird die komplette Entwicklung zum Moor mit seinen Torfschichten an die 20 bis 30 Jahre andauern.

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t.lemke@nordkurier.de

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