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Magischen Ort zu neunt erobert

VonSusanne Schulz

In mehr als 90 Ateliers und Galerien des Landkreises öffnen sich am Pfingst- wochenende die Türen zu Einblicken und Gesprächen. Erstmals gibt es amEröff- nungsort eine Ausstellung, die von neun Künstlern der Region gestaltet wird.

Seenplatte.Aus „Frauen II“ werden „9 Räume“. Ein sonnengelbes Segel kündet davon, wie das kommt: „Kunst offen“ steht auf dem knalligen Werbeträger, der die ehemalige Landesirrenanstalt Domjüch bei Neustrelitz als Schauplatz der traditionellen Atelier-Aktion zum Pfingstwochenende ausweist.
Und nicht nur das: Das geschichtsträchtige Areal, auf dem der Verein zum Erhalt der Domjüch seit zweieinhalb Jahren für Sanierungsfortschritte sorgt, wurde unter den mehr als 90 beteiligten Ateliers und Galerien zum Gastgeber der Eröffnung erkoren und empfiehlt sich obendrein mit einer Ausstellung von neun Künstlern aus allen Teilregionen der Seenplatte: Unter dem Titel „9Räume“ stellen im Gebäude der einstigen Krankenstation „Frauen II“ die Maler Sylvester Antony aus Wrodow, Anke Fabian und Arno C. Schmetjen aus Neustrelitz,Joachim Lautenschläger aus Groß Nemerow undDetlev Schwarz aus Roga,die Fotokünstler Carolin Große aus Kreckow und Bernd Lasdin aus Neubrandenburg, Bildhauerin Katharina Vogt aus Triepkendorf und Metallkünstler René Winter aus Wustrow ihre Arbeiten vor.
„Ich habe mich im Kunst-offen-Heft vom vorigen Jahr umgesehen, im Internet recherchiert und die Kollegen in ihren Ateliers besucht“, erzählt Künstler Rainer Grassmuck, der sich im Verein zum Erhalt der Domjüch besonders für kulturelle Aktionen engagiert, von seinerAuswahl. Adele Krien, „Kunst offen“-Koordinatorin aus dem Amt für Wirtschaft,Kultur, Tourismus der Kreisverwaltung, hatte ihn als Partner für die Ausstellung gewonnen, nachdem die Entscheidung für das Domjüch-Gelände gefallen war.

Begeistert und beeindruckt von der Atmosphäre
Während der Premiere der „Kulturwochen“ im Sommer 2012 war Adele Krien erstmals hier gewesen. „Vorher hatte ich nur von denAmbitionen diverser Investoren gehört“, erzählt sie – und war um so heftiger begeistert und beeindruckt von derAtmosphäre des Objekts und davon, was nunmehr derVerein hier geleistet und geschaffen hat. „Auf dem Heimweg fehlten mir einfach die Worte“, bekennt die engagierte dunkelhaarige Frau, die seither noch weitere Veranstaltungen auf der Domjüch erlebte – immer mit beträchtlicher Resonanz.
Um andiesem Ort ein neues „Kunst offen“-Format zu erproben, nämlich eine Gemeinschaftsausstellung, bedurfte es keines langen Zögerns. Zuspruch für diese Idee bekam die Koordinatorin schon von vielen Künstlern, die hier auch gern mitgemacht hätten: „Wir werden so etwas bestimmt in den nächsten Jahren an anderen Orten fortsetzen“, kündigt sie an.
„Hier finden die Besucher ein breites Angebot an einem einzigen Ort“, freut sich auch Christel Lau, Vorsitzende des Vereins zum Erhalt der Domjüch. Jeder der neun Künstler hat in seinem Raum freie Hand; auch Grassmuck selbst wird sein Atelier auf dem Gelände öffnen. Am Sonntag steht dann das gesamte historische Areal den Besuchernoffen, die es auch bei Führungen erkunden können.
Die Saison auf der Domjüch beginnt bereits in der nächsten Woche: mit einem Kinder-Kunst-Fest am Freitag, dem 26. April, im Zusammenarbeit mit dem Neustrelitzer Kunsthaus. Ab 28. April wird dann wieder jeden Sonntag zu Führungen geladen; zu sehen sind dann auch unter anderem Werke des einstigen Domjüch-Insassen Wilhelm Müller aus der Sammlung Prinzhorn. Die Kunst-offen-Ausstellung wiederum wird im Unterschied zu den anderen „Nur“-Pfingst-Aktionen bis zum 2. Juni den Besuchern zugänglich sein.

Kunst:offenam 18.19. Mai;„9:Räume“auf der Domjüch a 17. 5., 18.30 Uhr, bis 2. 6.

Kontakt zur Autorin
susanne.schulz@nordkurier.de

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