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Matinee macht Appetit auf Freiluft-Operette

Das Ensemble der Deutschen Tanzkompanie kam sommerlich unkonventionell zur Matinee „Gräfin Mariza“. Aber auch ohne Kostüme erhielten die Besucher einen Vorgeschmack auf das, was die Tänzer in der Operette bieten werden.  FOTO: marlies steffen
Das Ensemble der Deutschen Tanzkompanie kam sommerlich unkonventionell zur Matinee „Gräfin Mariza“. Aber auch ohne Kostüme erhielten die Besucher einen Vorgeschmack auf das, was die Tänzer in der Operette bieten werden. FOTO: marlies steffen

VonMarlies Steffen

Die „Gräfin Mariza“ ist auf dem Schlossberg zu Gange. Und mit ihr allerlei andere sangesfreudige Menschen. Eine erste Präsentation der diesjährigen Festspiel- aufführung verriet einiges, aber längst nicht alles.

Neustrelitz.Es ist schon jetzt ein Augenschmaus und dabei ist noch nicht einmal alles fertig. Ein Meer knallgelber Sonnenblumen auf einer riesigen Bühne, rosenumrankte Podeste. Einigewenige Kostüme als „Appetizer“. Dahinter das satte Grün der Bäume. Und die Neustrelitzer Schlosskirche strahlt in ihrer hellen Sandsteinfassade. Zur Matinee für die diesjährige Festspieloperette im Schlossgarten präsentierte sich „Gräfin Mariza“ erstmals in aller Öffentlichkeit an ihrem neuen Spielort, dem Schlossberg. Ein Ereignis, das sich viele Theaterfreunde nicht entgehen lassen wollten. Enttäuscht wurden sie nicht, denn sonst hätte hinterher nicht so oft ein „das wird schön…“ die Runde gemacht.
Ach ja, mancher mag es schnulzig finden. Aber wenn denn so einer wie TenorAlexander Geller – er gibt in der „Mariza“ den Grafen Tassilo – sein melancholisches „Komm Zigan, spiel mir was vor…“ schmachtet, kann einem schon ein bisschenblümerant werden. Das wird ja wohl gestattet sein. Fürdieses sehr populäre Lied aus der 1924 in Wienuraufgeführten Operette von Emmerich Kálmán bekam Geller genau so Applaus wie seine Kollegen zuvor für ihre anderen „Schmeckerchen“. Tonje Haugland, die dieGräfin Mariza geben wird, hatte mit Hardi Lang als BaronZsupan sichtlich Spaß am ebenso populären Song „Komm mit nach Varasdin…“. Solisten, Chor und Deutsche Tanzkompanie legten gleich zu Beginn eine temperamentvolle Sohle auf den Bühnenboden. Für diese Nummer hat Regisseur Wolfgang Lachnitt indes etwas nachgeholfen. Denn der „Charleston“, der zur Neustrelitzer Inszenierung gehört, stammt nicht aus der „Mariza“. Er findet sich in der weniger bekannten, aber auch von Emmerich Kálmán komponierten Operette „Die Herzogin von Chicago“.
Und die Premiere? All das, was an Musik, Kostümen, Ausstattung, Beiwerk wie Oldtimern, Kutschen und Schweinen zur Matinee noch verborgen blieb, ist ab 21. Juni auf dem Schlossberg zu sehen. Gute Unterhaltung!

Kontakt zur Autorin
m.steffen@nordkurier.de

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