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„Meinem Mann das Leben gerettet“

VonKlaus-Jürgen Fischer

Den Tag der offenen Tür
in der Feldberger Rettunsgwache nutzen Besucher, um sich herzlich
zu bedanken. Die Sanitäter lassen die Gäste über
ihre Schultern schauen,
bis sie zum nächsten Notfall gerufen werden.

Feldberg.In Feldberg konnten jetzt Einwohner und Touristen den Rettungssanitätern und -assistenten der DRK-Wache über die Schultern schauen. Beim ersten Tag der offenen Tür in der 21-jährigen Geschichte der Einrichtung zeigten sie ihre Technik, erzählten aus dem Alltag des 24-Stunden-Dienstes und ließen Kinder Wiederbelebung üben.
Viele Besucher informierten sich über die Arbeit der Rettungskräfte. Zwei Frauen kamen sogar, um sich zu bedanken. „Sie haben meinem Mann 2008 das Leben gerettet“, sagte die 74-jährige Irmgard Dahlke aus Tornowhof. Sie drückte dem stellvertretenden Rettungswachenleiter Mike Ondrusch (30) die Hand und ließ sich dann in den Rettungstransportwagen (RTW) geleiten, wo sie weiter berichtete: „Mein Mann hatte einen Herzinfarkt. Wir haben die 112 angerufen und die Männer aus Feldberg waren schnell zur Stelle, auch der Notarzt und der Hubschrauber.“ Aber dann zog ein Gewitter auf, der Heli konnte nicht starten. Mit dem RTW wurde er in die Klinik gefahren.“ Mike Ondrusch freut sich besonders über diesen Besuch, denn „wir haben selten Feedback von den Patienten“.
Irmgard Dahlke bekam im Rettungswagen eine Kurzvortrag: Er sei ausgestattet wie eine Intensivstation, mit EKG- und Beatmungsgeräten, Defibrillator, Spritzen und mehr. Fast 300000 Kilometer habe der Wagen auf dem Buckel, sei aber noch topfit. Innerhalb von 13 Minuten erreichen die Retter den Patienten. Dann werde dieser entweder sofort in die Klinik gefahren. Oder, am Tage, wenn es besonders dringend ist, mit dem Hubschrauber geholt. Nachts darf der Heli nicht starten. Wenn es nötig ist, wird ein Rettungsarzt aus Bredenfelde oder Neustrelitz zusätzlich alarmiert.
„Eine ältere Dame aus Feldberg war schon ganz früh hier“, erzählte Mike Ondrusch, „und hat uns den hier gebracht.“ Er zeigte auf einen Blumenstrauß. Kinder der Fallada-Schule interessierten sich weniger dafür, dass acht Männer Schichtdienst leisten, immer zwei Kollegen, so dass die Wache rund um die Uhr besetzt ist. Sie probten Herzmassage an der Reanimations-Puppe. „Nicht so zaghaft“, mahnte Ronny Böker, der die Kids einwies in die Erste Hilfe.
Dann ging es für wenige Minuten in den RTW bis – bis plötzlich Alarm gegeben wurde. Mike Ondrusch zückte seinen Pieper: Notfall in Tornowhof. Sein Kollege kam mit einem Fax gerannt, auf dem alle Einzelheiten standen. Ein Mann war gestürzt und musste ins Krankenhaus nach Neustrelitz. Blaulicht an und ab ging die Fahrt.

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