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Minister Backhaus bläst zur Attacke auf Spinner

So sieht sie aus, die Raupe des Eichenprozes-  sionsspinners. Ihre Haare sind gefährlich. [KT_CREDIT] FOTO: DPA
So sieht sie aus, die Raupe des Eichenprozes- sionsspinners. Ihre Haare sind gefährlich. [KT_CREDIT] FOTO: DPA

VonSusanne Böhm,
André Gross und Tobias Lemke

Ein auch für Menschen gefährlicher Schädling
wird in anderen Landkreisen bereits aufwändig bekämpft. Über die aktuelle Gefahr
für die Region Seenplatte gehen die Meinungen
aber auseinander.
So wird im Leitforstamt Mirow abgewinkt.

Seenplatte.Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) hat den gefährlichen Eichenprozessionsspinner in der Mecklenburgischen Seenplatte ausgemacht. „Er ist in Einzelfällen schon bis Mirow. Der Bursche ist clever. Wenn das so weiter geht, haben wir ihn bald im ganzen Land“, sagte der Landespolitiker am Mittwoch bei einem Besuch in Woldegk.
„Was das für den Tourismus bedeutet, muss ich niemandem erklären. Nicht, dass die Urlauber fernbleiben, weil ihre Kinder Nesselsucht bekommen.“ Er habe die Landkreise angewiesen, sich dem Thema jetzt zu stellen. In betroffenen Regionen müsse der Schädling per Hubschrauber und mit Handsprühgeräten mit Bioziden bekämpft werden. Im Nachbarlandkreis Ludwigslust-Parchim läuft bereits eine groß angelegte Bekämpfungsaktion. „Wir ziehen das dort jetzt durch und beginnen in geschlossenen Ortschaften.“
Parallel schlägt die CDU-Fraktion des Kreistages der Mecklenburgischen Seenplatte Alarm. Auch nach deren Einschätzung breitet sich der Eichenspinner in der Seenplatte aus. Wie Fraktionsführer Thomas Diener dem Nordkurier mitteilte, haben sich die Christdemokraten mit einer Anfrage an die Kreisverwaltung gewandt.
Angela Wilke, Leiterin des Leitforstamtes Mirow, bestätigte Nachweise des Prozessionsspinners auf Nordkurier-Nachfrage nicht. „Es hat im vorigen Jahr einen Verdachtsfall gegeben, der sich schließlich nicht erhärtete“, sagte Wilke. Auch vom Ordnungsamt der Kleinseenplatte, das bei Schädlingsbefall verantwortlich ist, sowie vom Forstschutzbeauftragten in Schwerin habe es ein Dementi in Sachen Eichen-Prozessionsspinner im Raum Mirow gegeben, so die Forstamtsleiterin.
Die Kreis-CDU will zunächst die Lage peilen. „Es geht uns erst einmal darum, welche Regionen und Gebiete in unserem Landkreis vom Eichenprozessionsspinner betroffen sind“, so Thomas Diener. Seine Fraktion wolle wissen, wie viele Fälle von Betroffenen dem kreislichen Gesundheitsamt bekannt sind, ob es Monate gibt, in denen die Quote der eingegangenen Meldungen besonders hoch ist und ob es möglich ist, anhand der gemeldeten Fälle bestimmte Risikogruppen auszumachen. „Zu guter Letzt thematisieren wir mit unserer Initiative auch die Frage nach der Eindämmung der Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners. Wir sind der Meinung, dass der Landkreis dafür ein eigenes Konzept benötigt“, betonte der Fraktionschef.
Nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Soziales kann das Nesselgift Thaumetopoein in den Brennhaaren der Raupen des Spinners zu Hautreizungen und allergischen Reaktionen beim Menschen führen. Daneben bedrohen die Raupen den wertvollen Eichenbestand.
In Deutschland sind infolge der Massenvermehrungen alle Bundesländer betroffen, am stärksten Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Bayern.

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