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Mirows Straßenkämpfer geben nicht auf

VonSusanne Schulz

Trotz neuer Auflagen aus dem Ordnungsamt sollen die monatlichen Sperrungen der B 198 fortgesetzt werden.

Mirow.Heute zum letzten Mal die Bundesstraße 198 „dicht“ zu machen, steht für die Bürgerinitiative (BI) Umgehungsstraße Mirow nicht zur Debatte. Auch wenn die neu erhobenen Auflagen der Kreisverwaltung für BI-Sprecher Marian Lopuszanski einem Verbot gleichkommen. Seit zweieinhalb Jahren blockiert die BI an jedem ersten Donnerstag im Monat für 45Minuten die Durchfahrt, um der Forderung nach einer Ortsumgehung Nachdruck zu verleihen. Bei der Anmeldung für den heutigen Abend hat das Ordnungsamt des Landkreises verfügt, dass die Bundesstraße maximal 15 Minuten genutzt werden darf. Bei längerer Sperrung sei die öffentliche Sicherheit gefährdet: In den vergangenen Monaten hätten die Demonstrationen schon zu erheblichen Staus und zum Verkehrschaos geführt; jetzt seien obendrein bereits viele Touristen unterwegs. Fortgesetzt werden könne der Protest auf dem Gehweg.
„Viel zu gefährlich“, lehnt Lopuszanski ab; viel zu nahe würden dann die Lkw an den Demonstranten mit ihren Transparenten und Plakaten vorbeirauschen. Gerade der Lkw-Verkehr ist es, gegen den sich die Proteste derMirower richten: Wenn sich dieBrummi-Lawine durch die schmalen Straßen wälzt, werdenanliegende Häuser und letztlich auch der touristische Wert des Städtchensin Mitleidenschaft gezogen.

Versprochene Umgehung kein Grund zum Nachgeben
Um Schäden und Beschwernisse einzudämmen, verfügte der Landkreis eine Geschwindigkeitsbeschränkung für Lkw auf 30 km/h und bittet Temposünder per Blitzer-Foto zur Kasse. Die Umgehungsstraße soll laut Bundesverkehrswegeplan in den nächsten Jahren gebaut werden. Doch diese Aussicht ist für dieBürgerinitiative kein Grund, nachzulassen: „Zwischen Baurecht und Baubeginn liegen Welten“, so Lopuszanski, „wir müssen den Druck aufrecht erhalten.“
Den für die Auflagen zuständigen Ordnungsamtsmitarbeiter wollen die Demonstranten heute Abend vor Ort von ihrem Engagement überzeugen. Übrigens auch davon, dass keineswegs – wie aus der Verwaltung argumentiert wurde – nur 10, 20 Leute sich für das Anliegen einsetzen: „So wenige waren wir noch nie“, bekundet Marian Lopuszanski und will so viele Teilnehmer wie möglich mobilisieren – und ganz sicher nicht zum letzten Mal.

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susanne.schulz@nordkurier.de

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