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Mit Verspätung atmet Arbeitsmarkt auf

VonSusanne Schulz

Die lang ersehnte Frühjahrs- belebung ist doch noch eingetreten. Sorgen macht den Vermittlern allerdings die Zahl der Bewerber
ohne Berufsabschluss.

Neustrelitz.Nun ist sie mit einiger Verspätung doch noch eingetreten, die schon vor Monatsfrist erwartete Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt. Dies dafür deutlich: Erstmals seit langem stehen in einem April für die Strelitzer Region deutlich weniger als 6000 Arbeitslose zu Buche, nämlich 5642, berichtet Bert Michael Boer, Bereichsleiter der Arbeitsagentur. Gegenüber dem Vormonat März bedeutet das einen Rückgang von 371 Arbeitsuchenden, gegenüber dem April 2012 sind es gar 550 Menschenweniger. 790 Zugänge weist die Statistik aus; dafür 1162Menschen, die der Arbeitslosigkeit den Rücken kehren konnten.
Auch der von Firmengemeldete Stellenbestandallerdings ist um 30 Arbeitsplätze geringer als vor einem Jahr, stellt Boer fest. Den Unternehmen sei eine „gewisse Zurückhaltung“ bei Neueinstellungen anzumerken. Ebenso vorsichtig seien sie – ablesbar an den beantragten Saisonkurzarbeitergeldern – mit winterbedingten Entlassungen gewesen: Im Wissen um den Fachkräftemangel zeige sich die Wirtschaft interessiert, gute Mitarbeiter zu halten.
Allerdings stehen derzeit auch 1027 Arbeitsuchende – somit etwa jeder Fünfte – ohneabgeschlossene Berufsausbildung da. Ein wichtigerAnsatz, sie „aufzufangen“, seien betriebliche oder betriebsnahe Einzel-Umschulungen, sagt Boer.
Drohender „Familienarbeitslosigkeit“ entgegenzutreten, ist zudem ein zentrales Anliegen des Jobcenters Mecklenburg-Strelitz, wie dessen Geschäftsführer Uwe Hänsch betont: Damit nicht Jugendliche schon durch das Aufwachsen mit arbeitslosen Eltern „vorbelastet“ sind, werde angestrebt, dass „wenigstens einer in Arbeit oder eine unserer Maßnahmen vermittelt werden kann“. Die Zeit kurzfristiger Erfolge sei jedoch in jeder Hinsicht vorbei.

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susanne.schulz@nordkurier.de

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