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„Mo’Blow ist mehr als nur Noten“

Internationaler Erfolg mit Strelitzer Wurzeln: Matti Klein, Tobias Fleischer, Felix F. Falk und André Seidel (von links) sind Mo’Blow.  FOTO: Dirk Mathesius
Internationaler Erfolg mit Strelitzer Wurzeln: Matti Klein, Tobias Fleischer, Felix F. Falk und André Seidel (von links) sind Mo’Blow. FOTO: Dirk Mathesius

Ihre „Heimspiele“ beim Neu- brandenburger Jazzfrühling und in der Kirche Zierke sind noch in bester Erinnerung. Seither hat sich das viel- gepriesene Funk-Quartett Mo’Blow um den Neustre- litzer Felix F. Falk und den Neubrandenburger Matti Klein aber nicht auf Lorbeeren wie dem „Jazz am See Award“ und drei „Miles Awards“ ausgeruht, sondern bereits ein weiteres Album produziert. Bevor
die Band über die Maifestspiele in Wiesbaden zum Borneo Jazzfestival nach Malaysia aufbricht, fand Felix Falk Zeit für die Fragen von Susanne Schulz.

Erneut wurde eure Platte – wie zuvor schon „For
Those About To Funk“ – von Jazz-Großmeister Nils Landgren produziert. Seid ihr gewissermaßen eine „feste Bank“ füreinander?
Wir waren sehr froh, als Nils uns das wieder angeboten hat. Bei dem Tourplan, den der Mann hat, ist das keineswegs selbstverständlich und eine große Ehre. Er sorgt für eine so wunderbare, kreative, gelöste Stimmung, dass wir sofortbegeistert waren, wieder mit ihm aufzunehmen.

Wie beeinflusst euch diese Zusammenarbeit?
Es ist bei Aufnahmen wichtig, an manchen Stellen Verantwortung abgeben zu können. Da ist ein Produzent, dem alle vollkommen vertrauen, natürlich Gold wert. Allerdings haben wir gemeinsam mit Nils diesmal entschieden, dass er sich auf die Produzentenrolle konzentriert. Im Gegensatz zum vorigen Album haben wir dieses Mal nämlich gar keine Gäste, sondern wollten uns auf den Quartett-Sound und das Spektrum darin konzentrieren.

Eine Breakdancer-Skulptur von Reiner Mang auf dem CD-Cover, ein lichtgemalter Schriftzug auf dem aktuellen Bandfoto - seid ihr gerade mit richtig viel Laune an weiteren Kunst-formen unterwegs?
Wir lieben und leben eine Kombination aus den unterschiedlichen künstlerischen oder medialen Bereichen. Mo’Blow ist für uns eben weit mehr als die reinen Noten. Das Cover wählt immer Siggi Loch, der Chef unseres Labels Act. Wir mögen seine Art, die Künste zu kombinieren. Die Lichtmalerei war eine gemeinsame Idee mit demNeubrandenburger Fotografen Dirk Mathesius. Wir haben wirklich lange experimentiert, bevor das Foto so aussah. Plakate, T-Shirts, Website, Bühnenkleidung – das sind alles Elemente, deren Gestaltung uns Spaß macht.

Wie ist es, als die „jungen Wilden“ des Jazz beschrieben zu werden?
Ich finde das nett. Auch wenn „jung“ vermutlich nur für Jazz gilt. Nach Pop-Maßstäben wären wir ja eher Mid-Ager. Allerdings schenken wir uns auf der Bühne nichts. Voller, ruhig auch mal wilder Einsatz ist alternativlos.

Wie würdest du beschreiben, was euch bei „Gimme The Boots“ bewegte?
Die Musik haben alle gemeinsam geschrieben. Mal kamen Songs oder Ideen von einzelnen, wurden aber in der Band dannausformuliert und zu einem Ganzen gestrickt. „Gimme The Boots“ ist also ein wichtiger Schritt in unserer Entwicklung als Band. Größter Einfluss sind die Konzerte. Wir haben so viel als feste Band gespielt, dass wir unsmusikalisch blind verstehen und schaffen, live die Atmosphäre zu genießen und in die Musik aufzunehmen. Das war für die Entwicklung und Aufnahme der Stücke sehr wichtig.

Mächtig unterwegs seid ihr außerdem - demnächst bis nach Malaysia. Gibt es Lieblingsorte, die euch Heimat, Ankommen, vielleicht Abschalten bedeuten? Und seid ihr auch mal wieder hier in der Gegend?
Es ist wunderbar, sowohl exotische Festivals im Ausland spielen zu dürfen als auch an Orte zu kommen, die wir schon seit Jahren immerwieder zu besuchen. Leider gehört Mecklenburg viel weniger dazu, als ich mir das wünschen würde. Es gibt einfach zu wenige Spielstätten, was sehr schade ist. Aber ich hoffe, es findet sich bald mal wieder eine Gelegenheit.

Kaum ist das Albumfertig, die Tour geplant: Was habt ihr als nächstes vor?
Jetzt geht es wirklich erstmal in den Tourbus und in den Flieger. Wir werden einfach die Konzerte genießen und uns über dieResonanz zum Album freuen. Unser Bassist Tobias hat letztens die Weltherrschaft als nächstes Ziel ausgerufen. Aber ich glaube, die Mehrheit findet es doch am besten, Konzerte zu spielen und die Besucher mit der Musik anzustecken (lacht).

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