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Offener Brief an Abgeordnete

Der Louisen-Gedenkstättenchef Hans-Joachim Engel hat 2011 als vorerst Letzter den Sanders-Kulturpreis erhalten, rechts Landrat Heiko Kärger.[KT_CREDIT][KT_CREDIT] FOTO: susanne schulz/Archiv
Der Louisen-Gedenkstättenchef Hans-Joachim Engel hat 2011 als vorerst Letzter den Sanders-Kulturpreis erhalten, rechts Landrat Heiko Kärger.[KT_CREDIT][KT_CREDIT] FOTO: susanne schulz/Archiv

Neustrelitz.Die Initiativgruppe Daniel-Sanders-Kulturtag im Neustrelitzer Kulturrat hat sich in einem offenen Brief für den Erhalt des Sanders-Kulturpreises eingesetzt und ihn als Auszeichnung des Großkreises empfohlen. Das Schreiben wird unterstützt von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, von Kulturvereinen und Kulturschaffenden der Region sowie von Sanders-Preisträgern
In dem Appell heißt es: „Als die Errichtung des Daniel-Sanders-Kulturpreises 1997 im Rahmen der Feierlichkeiten zum 100. Todesjahr des Demokraten und Sprachgelehrten vom damaligen Landrat verkündet wurde, war das eine späte Wiedergutmachung für den Strelitzer Ehrenbürger und Gelehrten Daniel Sanders (1819-1897), der schon zu seinen Lebzeiten antisemitischen Angriffen ausgesetzt war
In der frühen 1848-er Demokratiebewegung spielte Daniel Sanders in unserer Region eine hervorragende Rolle. Der Mecklenburg-Strelitzer Großherzog hatte genügend Ehrfurcht vor den Verdiensten seines Untertans Sanders und verlieh ihm den Professorentitel.
Im 20. Jahrhundert versuchten die Nationalsozialisten, den verdienstvollen Lexikographen und Sprachgelehrten mit Gewalt aus dem Gedächtnis der Deutschen zu tilgen, indem sie ihm seine Ehrenbürgerschaft aberkannten und seinen Namen aus allen deutschen Lexika tilgten.
Wir fordern die heutigen Demokraten auf, Sanders’ Verdienste mit einem nach ihm benannten Preis nachhaltig zu würdigen! Es darf nicht sein, dass nach einem kurzen Aufflackern von Ehrerbietung gegenüber diesem bedeutenden Gelehrten und streitbaren Demokraten der Daniel-Sanders-Kulturpreis wieder abgeschafft wird!
Daniel Sanders hat nicht nur regionale Bedeutung, sondern er hat sich bleibende Verdienste im gesamten deutschsprachigen Raum erworben. Er hat es durchaus verdient, dass nach ihm der Kulturpreis des neuen Landkreises Mecklenburgische Seenplatte benannt wird“

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