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Ohne Umsteigen ins nasse Element

Schwimmwagen fahren ist nicht nur ein Hobby für richtige Männer. Eine ganze Familie kann einen Ausflug auf dem Wasser unternehmen, wie sich hier an Bord von „Fritz“ zeigt. So musste zu Pfingsten niemand zu Hause bleiben.
Schwimmwagen fahren ist nicht nur ein Hobby für richtige Männer. Eine ganze Familie kann einen Ausflug auf dem Wasser unternehmen, wie sich hier an Bord von „Fritz“ zeigt. So musste zu Pfingsten niemand zu Hause bleiben.

VonUlrich Krieger

Schwimmende Autos haben in der Kleinseenplatte für Aufsehen gesorgt. Und den Akteuren hat es auch gefallen.

Strasen.„Wenn wir einen Ausflug machen, dann sind wir zu Land und zu Wasser unterwegs. Und das im Cabriolet“ – gängigerer, wenn auch untertreibender Ausdruck für ein schwimmfähiges Geländefahrzeug. Peter Löhr aus München, Organisator und Chefder Deutschen Interessengemeinschaft Schwimm- und Geländefahrzeuge, war mit der Wahl des Ortes Strasen plus umliegender Kleinseenplatte für das 52. Internationale Jahrestreffen seines Vereins hochzufrieden. Viel Wasser gebe es, überschaubares Gelände, und an einer Schleusung wolle man sich auch versuchen.
„Das Zusammenkommen ist schon keine Tradition mehr, sondern eine Institution.“ Immer zu Pfingsten treffen sich die Enthusiasten an wechselnden Orten in Deutschland. In der Kleinseenplatte waren die Fans der Amphibienfahrzeuge vor Jahren schon einmal. „Einfach schön hier“, so Löhr.
International war das von den einheimischen Zaungästen vielbeachtete Treffen allemal. Extra aus Japan war Hiroshi Kimura angereist. Er besitzt im fernöstlichen Land drei dieser Schwimmgefährte, ist aus logistischen Gründen aber ohne Fahrzeug angereist. Ein deutscher Auswanderer, der jetzt in Australien wohnt, nahm ebenfalls teil. Sein Augenmerk gilt einem Schwimmwagen, den er kaufen möchte, um ihn mit auf den fünften Kontinent zu nehmen. Österreicher, Niederländer und Deutsche von München bis Ratzeburg zählen zu der eingeschworenen Truppe, die Fahrzeuge bis zum Baujahr 1945, welche alle einen militärischen Ursprung haben, hegen und pflegen. Da wird geschraubt und gehämmert, genietet und geschweißt, woran sich eine möglichst originalgetreue Lackierung anschließt. Großer Aufwand bei der Restaurierung und die mühselige Suche nach Ersatzteilen gehören mit dazu. „Jedes Schrottteil wird verwendet und sei es nur, um Maße abzunehmen für die Herstellung eines neuen Teils“, beschreibt Peter Löhr die Mühen der Autoliebhaber.
Die historische Technik mit ihrer Kompliziertheit interessiert die Vereinsmitglieder. Sie haben mit diesem doch recht teuren Hobby ihr „Freizeitspielzeug“ gefunden. Und es gibt natürlich jede Menge Gespräche mit Besuchern an den Veranstaltungsorten, so diesmal auf dem Wesenberger Markt. Anschließend drängten sich an die 100 Neugierige an der
B 198 auf der Brücke über die Obere Havel und schauten sich die Wasserfahrt der Amphibien-Autos in Richtung Schleuse an.

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