Mo. 25. Juni 2012
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"Der Bettelstudent" in Neustrelitz aufgeführt von André Gross

(Ope)rette sich wer kann im Schlossgarten

An einem Abend der Entscheidungen in Neustrelitz hatten die Musikfreunde nichts zu bereuen: Ovationen für den "Bettelstudenten" der Theater und Orchester GmbH.

Bettelstudent im Schlossgarten
Rekord an Mitwirkenden: Sänger, Schauspieler, Philharmonie, Tanzkompanie, Fanfarenzug, Ludwig Zachmann mit Pferden und Akteure hinter der Bühne.
Foto: André Gross
Neustrelitz (gr)  

Die Operette hat den Neustrelitzer Schlossgarten wieder. „Der Bettelstudent“ von Carl Millöcker in der bewährten Regie von Wolfgang Lachnitt hatte am Freitag bei den Festspielen in der grünen Mitte der Residenzstadt Premiere. Das abschließende Feuerwerk war das zweite des Abends, das erste hatte das Ensemble mit seinen erstklassigen Leistungen bereits abgebrannt, wofür es minutenlange stehende Ovationen erntete.

Andrea Binkowski, Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Mecklenburg-Strelitz, hatte vor Beginn der Aufführung bei einem Empfang in der Orangerie von einem „Abend der Entscheidungen“ gesprochen. Während sich für die Fußball-Nationalmannschaft der Einzug ins Halbfinale der Europameisterschaft entscheide, hätten sich viele Strelitzer Fans der Löw-Elf für den Schlossgarten entschieden. „Am Ende des Tages werden Sie feststellen, dass Sie eine gute Wahl getroffen haben“, versprach die Finanzexpertin nicht zuviel. In der Tat schienen aus dem Kreis der geladenen Gäste sich nur wenige Männer mit plötzlicher Migräne der Gattin entschuldigt zu haben, wie am Tresen zum Besten gegeben wurde. Selbst die TSG-Spitze war mit Präsident Hauke Runge und Vize Jörg Ullbrich in den Schlossgarten gekommen.

Regisseur Wolfgang Lachnitt, ab der kommenden Spielzeit Operdirektor der Theater und Orchester GmbH und durch seine Freiluft-Inszenierungen zu den Festspielen bei den Neustrelitzern bestens empfohlen, hatte das „Aufwärmen“ mit der Traditionslosung „Den Schlossberg bezwingen, und (Ope)rette sich wer kann“ beendet. Wenn die Musikfreunde dem Theater treu blieben, sei ihm um die Zukunft nicht bange, so Lachnitt.

"Wir sind bis an die Grenzen gegangen"

In einem Gespräch mit dem Nordkurier bezeichnete der Theatermann das aktuelle Stück als „Leistungsschau all dessen, wozu unser Haus in der Lage ist“. „Wir sind weit, bis an die Grenzen gegangen, es war ein Kraftakt, der die enorme Energie beweist, die in der Theater und Orchester GmbH steckt.“

Mit „Gräfin Mariza“ im kommenden Jahr hoffe er auf ein weiteres großes Operettenereignis. Im Zusammenhang mit der Schlossgarten-Sanierung durch das Land werde bereits jetzt fieberhaft an der Standortfrage gearbeitet. „Es wird nicht einfacher“, gestand der Regisseur ein.

"Das ist wie aus dem Bilderbuch“

Die Begeisterung über den „Bettelstudenten“ stand der über den Erfolg der Nationalelf in Gdansk, die Zwischenstände waren über die Schlossgarten-Tribüne geflüstert und signalisiert worden, in nichts nach. Christoph Dammann, einer der Väter der Schlossgartenfestspiele in Neustrelitz und seit 2010 Intendant der Seefestspiele Berlin, zieht es immer wieder an seine alte Wirkungsstätte. „Das ist wie aus dem Bilderbuch“, zeigte er sich beeindruckt von diesem Abend, „eine großartige Leistung aller Mitwirkenden und ein großer Wurf von Wolfgang Lachnitt.“

Auch Vizelandrat Siegfried Konieczny (Die Linke) ist Wiederholungstäter. „Seit ich die Festspiele im Neustrelitzer Schlossgarten kennengelernt habe, bin ich immer wieder beeindruckt. Das ist einfach Spitzenkunst. Die Theater und Ochester GmbH mit ihrem Landestheater Neustrelitz zu erhalten, steht jeder von uns Kommunalpolitikern in der Pflicht.“ „Dieser Abend hatte wirklich alles, was man sich wünschen kann, eine superschöne, kurzweilige Inszenierung“, schwärmte Bürgermeister Andreas Grund. „Die Theaterleute und wir können hochzufrieden sein, damit können wir uns sehen lassen.“

Mehr zu diesem Thema lesen Sie auch im StrelitzBlog >>
 

Nächste Termine:
28. Juni, 15 Uhr; 29., 30. Juni (Tag des Nordkurier), 20 Uhr; 1. Juli, 18 Uhr.
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