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Prügelnde Brandstifter erneut vor Kadi

Für ein paar Euro Beute hatten Paul H. (23), Matthias M. (27) und Marcel J. (29) einen Neustrelitzer in seiner Wohnung geschlagen und beraubt. Paul H. versuchte sogar Reinhard St. anzustecken. Doch als es ihm nicht gelang, fackelte er einfach die Wohnung ab. Im Februar 2012 kassierte Paul H. dafür eine Haftstrafe von fünf Jahren und drei Monaten. Seine Komplizen Marcus J. und Matthias M. erhielten zwei Jahre und neun Monate sowie drei Jahre und vier Monate. Der Bundesgerichtshof hat das Urteil zum Teil aufgehoben und sagt: Die Urteilsgründe für die versuchte Brandstiftung mit Todesfolge halten „einer rechtlichen Nachprüfung nicht stand“.

Am Dienstag stand das Trio erneut vor dem Landgericht. Landgerichts-Vizepräsident Carl Christian Deutsch, der den Vorsitz führt, versucht nun mühsam herauszufinden, was genau bei dem Saufgelage passierte. Sechs Zeugen warten. Das 59-jährige Opfer betritt mit einer gelben Einkaufstüte den Gerichtssaal und stellt sie neben sich ab. Seine Erinnerungen sind getrübt. Er wirkt wirr. Man hat sich vor einem Supermarkt kennenlernten, in seiner Wohnung einen getrunken, dann wurde er niedergeschlagen. Als er aufwachte, brannte die Wohnung.

Nach Aussage eines Nachbarn hatte Reinhard St. es auf eigenen Füßen aus der Wohnung geschafft. Er war dann aber zurückgelaufen, um einen Hund zu retten, den die Schläger vergessen hatten – es war nicht ihrer. Bis zum Husky-Mischling kam er nicht, er brach vorher zusammen. Das Tier und Reinhard St. rettete die Feuerwehr. Auch der Hundebesitzer, der Nachbar, ein Polizist und zwei Feuerwehrleute schildern ihre Version der Ereignisse. Die Angeklagten schweigen indes. Die Fragen drehen sich um das Feuer, war die Substanz des Hauses betroffen, wer hat was zerstört und um den Hund. Nur dieser weiß wohl genau was damals im April 2011 geschah. Es gibt also noch viele Unklarheiten für Richter Deutsch. Die Verhandlung wird am 16. Mai fortgesetzt.

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