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Rathaussaal wird für einen Tag Jobzentrale

Von unserem Redaktionsmitglied
André Gross

Zum zweiten Mal sind private Arbeitsvermittler
zu einem Aktionstag nach Neustrelitz gekommen –
und fündig geworden.

Neustrelitz.„Wir hatten gut zu tun“, so die Mittagsbilanz von Dirk Wanka gestern im Neustrelitzer Rathaussaal. Wanka, in Altentreptow ansässig, ist Landesvorsitzender des Rings der Arbeitsvermittler. Zum zweiten Mal hatten Mitglieder im Rahmen einer Joboffensive in der Stadt Halt gemacht.
Rund 60 Interessentenhatten sich diesmal den vier angereisten Spezialisten vorgestellt, für annähernd alle gibt es Möglichkeiten, zurück auf den Arbeitsmarkt in versicherungspflichtige Anstellungen zu finden. „Natürlich ist in vielen Fällen Flexibilität erforderlich“, schränkte Ina Falk ein. Seit zwei Jahren betreibt sie ihre eigene Agentur, die in der Bruchstraße 16 in Neustrelitz firmiert. „Die goldenen Zeiten sind allerdings vorbei“, beschrieb die Wesenbergerin das noch verfügbare Fachkräftepotenzial in der Region. Andererseits nehme sie sich viel Zeit für ihre Kunden und habe nur selten den Fall, „dass da gar nichts geht“.
Die intensive Beschäftigung mit der Klientel stellte auch Dirk Wanka auf die Frage heraus, was denn nun seine Verbandsmitglieder von Vermittlern der Bundesagentur für Arbeit unterscheide. „Wir können uns voll und ganz auf das Vermittlungsgeschäft konzentrieren, haben keine Verwaltungsaufgaben, das schafft die entsprechenden Freiräume.“ Während anderswo jede Menge Bürokratie lähme, nehme der private Jobvermittler einfach den Telefonhörer in die Hand und stelle den Kontakt zwischen Arbeitgeber und Arbeitsuchendem her. Hinzu komme ein sehr direkter Draht zur Wirtschaft. So seien etliche seiner Kollegen, wie er auch, Mitglieder von Unternehmerverbänden. „Wir sind einfach sehr nah dran am Arbeitsmarkt und oftmals schneller“, warb Wanka für seine Branche.
Jeder zehnte in versicherungspflichtige Erwerbstätigkeit vermittelte Arbeitslose im Land gehe inzwischen auf das Konto der Privaten, wie die eingelösten Vermittlungsgutscheine belegten, so Wanka. „Das ist ein stolzes Ergebnis, wenn man überlegt, dass es nur rund 50 von uns in Mecklenburg-Vorpommern gibt und die Mitarbeiterzahlen der Bundesagenturdagegen rechnet.“ Gleichwohl sehe er sich und seine Mitstreiter nicht in Konkurrenz zum Nürnberger Riesen, sondern als Partner. So wolle es auch der Gesetzgeber.
Das Besondere an der Station Neustrelitz bei der Joboffensive sei, dass hier ein rein kommunales Jobcenter ohne eigenen Arbeitgeberservice existiere. Insofern gebe es eine sehr enge Zusammenarbeit mit der vom Landkreis betriebenen Einrichtung. Besonders nachgefragt auf dem Arbeitsmarkt, da gibt es auch für die privaten Vermittler keinen Unterschied, sind Arbeitskräfte im Gesundheitswesen, da vor allem im Pflegebereich, imBauhaupt- und -nebengewerbe, im Fuhrgewerbe und für die Call Center. Für Wanka ist der Trend ungebrochen: „Wir haben mehr offene Stellen als passende Bewerber.“

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