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Schlagbaum soll es richten: Keine illegalen Fahrten mehr

VonFranziska Gerhardt

Der Nationalpark macht jetzt ernst: Dort werden Schran-
ken gebaut, um das unberechtigte Durchfahren des Naturschutzgebietes zu verhindern. Die erste Sperre entsteht am Pagelsee.

Krienke.Zwischen Krienke und Granzin am Pagelsee wird der Bau der ersten Schranke zum Müritz-Nationalpark vorbereitet. Dort baut die Warener Tief- und Rohrleitungsbau GmbH Ingo Warnke zurzeit eine Wendeschleife neben der geplanten Stelle für die Schranke. Elektriker sind dabei, Kabel für den elektronischen Schlagbaum zu ziehen, der denVerkehr im Nationalpark reduzieren soll.
Laut einer Zählung des Nationalparkamtes passierten in den Jahren 1999 und 2010 im Schnitt täglich rund 250 motorisierte Fahrzeuge das Zartwitzer Kreuz. Im Jahre 2002 lag das durchschnittliche Verkehrsaufkommen pro Tag sogar bei 334 Kfz.
Unmut hatte sich unter den Anwohnern wegen mangelnder Information über die Bauarbeiten breitgemacht. Ein Anwohner aus Krienke hatte sich darüber am Direkten Draht des Nordkurier beschwert. „Die Gemeindevertretungen waren aber alle informiert“, sagt Axel Müller, Amtsleiter für Wirtschaft,Regionalförderung und Planung beim Landkreis Mecklenburgische Seenplatte.

Gemeinden
befürchten Kostenfalle
Kritik hatte es im Vorfeld auch von den Gemeinden selbst, etwa von Rechlin, gegeben, da die Kommunen bei Vandalismus an den Schranken die Kosten übernehmen müssten. Auch Touristiker hatten Bedenken geäußert: So befürchtete Eckhard Geier, Vorsitzender des Fremdenverkehrsvereins Havelquellseen in Kratzeburg, dass die Urlauber, denen das Radeln schwer fällt, von der Müritz abgeschnitten seien.
Insgesamt sollen drei Schranken gebaut werden. Die zweite Sperre wird am Ortsausgang von Speck in Richtung Boek, die dritte auf der Straße von Boek hinter der Abfahrt nach Amalienhof entstehen. Berechtigt zur Durchfahrt seien die Anwohner von Kargow, Rechlin,Roggentin und Kratzeburg, erklärte Joachim Kobel, Sachgebietsleiter Flächenentwicklung und Schutzzweckrealisierung des Nationalparkamtes. Sie erhalten von ihren Gemeindeverwaltungen Magnetchips, mit denen sie die Schranken öffnenkönnen. Auch land- und forstwirtschaftliche Fahrzeugesowie Ver- und Entsorgungswagen dürfen passieren. Axel Müller schätzt, dass die ArbeitenEnde Mai beendet werden. Geplant sei, die Schlagbäume bis Ende Juli offen zu lassen,damit sich die Autofahrer daran gewöhnen.

Kontakt zur Autorin
f.gerhardt@nordkurier.de

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