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Schrauben bis zur letzten Minute

Schrauben, bis der Arzt kommt: Daniel Grabnitzki freut sich, seine Lieblinge in Neustrelitz vorstellen zu können. [KT_CREDIT] FOTO: a. gross
Schrauben, bis der Arzt kommt: Daniel Grabnitzki freut sich, seine Lieblinge in Neustrelitz vorstellen zu können. [KT_CREDIT] FOTO: a. gross

Von unserem Redaktionsmitglied
André Gross

Neustrelitz bekommt sein Zweiradmuseum. Anfang Mai wird die Schau in einem der früheren Hafenspeicher eröffnet.

Neustrelitz.Daniel Grabnitzki ist kurz vor dem Ziel seiner Wünsche. Dafür nimmt er momentan auch 16 Stunden Arbeit am Tag auf sich. Am
2. Mai soll das Neustrelitzer Zweiradmuseum im ehemaligen Hafenspeicher gegenüber dem alten Krankenhaus eröffnen. Einige Tage zuvor hat der 27-Jährige Sponsoren und weitere Unterstützer ins Obergeschoss des Gebäudes gebeten, in dem auch das Antiquariat und die Möbelbörse untergekommen sind.
Gemeinsam mit den Wesenberger Sammlern Holger Wirths und Stefan Oleischeck präsentiert der Neustrelitzer Jungunternehmer rund 40 historische Mopeds, Motorroller sowie Fahrräder mit Hilfsmotoren. Dafür wird bis zur letzten Minute geschraubt. Geradezu diebisch freut sich Grabnitzki in seiner Kollektion auf ein hochgetourtes Moped, „mit dem wir zu Beschleunigungsrennen fahren. Da werden die Leute nur noch den Scheibenwischer machen“, beschreibt der stets gut gelaunte Gebrauchtwarenhändler durch Schwenken der Hand vor seinem Gesicht die zu erwartende Bewunderung der Museumsbesucher. Nur den „Trabant“ von Speichervermieter Bernd Werdermann bekomme er nicht in die Ausstellung. Der Lastenaufzug des Gebäudes gebe das einfach nicht her, er habe bereits nachgemessen.
Grabnitzki, der immer noch auf Sponsorensuche ist und dazu gezielt Briefe verschickt hat, wollte eigentlich schon zu Ostern eröffnen (der Nordkurier berichtete). „Ich hatte mir das einfacher vorgestellt“, bekennt er, aber nun sei er ja auf der Zielgeraden. Geöffnet sein werde die Schau von Mai bis September auf jeden Fall an den Wochenende sowie an zwei bis drei Nachmittagen in der Woche. Die Betreuung der Exposition decke er familiär ab.
Erweise sich das Museum an der Neustrelitzer Wasserkante als Publikumsmagnet, könne es möglicherweise erweitert werden. Während es oben unter dem Dach dann eng werde, gebe es parterre noch Reserven. Er habe schon immer einmal mit dem Dorfverein Canzow Kontakt aufgenommen, der in Woldegk eine ähnliche Einrichtung betreibt und an seine Kapazitätsgrenze gestoßen ist, wie dieser Tage in der Strelitzer Zeitung zu lesen war.

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andregross@nordkurier.de

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