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Splitt gegen Schiet spaltet die Gemüter

VonMarlies Steffen

Baumscheiben mit kleinen Steinchen zu füllen, soll
die Wasserverteilung ver- bessern und der Ver- schmutzung Einhalt ge- bieten. Anwohner beob- achten oft das Gegenteil.

Neustrelitz.Die einen haben sich durchaus etwas dabei gedacht, die anderen können dem allerdings wenig Positives abgewinnen: Es geht um die mit Splitt gefüllten Baumscheiben in der Neustrelitzer Innenstadt. Zuletzt wurden imAuftrag der Stadt in der Augustastraße Baumscheiben mit Splitt gemulcht. Die Füllung soll sich einerseits positiv auf die Wasserverteilung für den Baumauswirken. Außerdem soll verhindert werden, dass Unkraut von unten durchwächst, sodass der Splitt auch einem sauberen Erscheinungsbild dient.
Genau an dieser Stellemelden aber viele Strelitzer Widerspruch an, denn die Baumscheiben sind alles andere als sauber. Zigarettenkippen liegen zum Teil inhorrenden Mengen zwischen den Splittkörnern. AuchHundedreck macht das unmittelbare Umfeld der Bäume immer wieder eher zum Weg- als zum Hingucker.
Eine Anwohnerin der Augustastraße stellt zudem fest, dass sich der Hundedreck zum Teil nur schwer aus dem Splitt entfernen lasse. Er klebe manchmal regelrecht fest. Was viele Anwohner außerdem stört: Manchmal befindet sich bereits mehr Splitt auf dem Gehweg oder der Fahrbahn als in der Baumscheibe. Einige Hunde scharren offenbar auch gern in dem leicht zu verteilenden Oberflächenbelag.
Die Verwaltung jedoch verband mit ihrer Entscheidung für den Splitt auch die Hoffnung auf weniger Pflegeaufwand für die Baumscheiben. Die Pflege sei damit kostengünstiger, erklärt Rathaussprecherin Petra Ludewig. Regiehof-Mitarbeiter würden das Material in größeren Zeitabständen auch reinigen, um der Vermischung mit Erde und pflanzlichem Anflug zu begegnen. Zurzeit sei die Verwendung von Splitt noch in der Erprobungsphase. „Wir müssen Erfahrungen sammeln, wie die gewünschten Effekte eintreten“, betonte die Rathaussprecherin.

Hartnäckige Hundehalter zeigen den Stinkefinger
Petra Ludewig wies zudem darauf hin, dass die Grundstückseigentümer im Rahmen der Straßenreinigungssatzung die Pflicht haben, die Baumscheiben von Fremdkörpern frei zu halten, also zum Beispiel von Müll oder Hundekot. Ein Hacken von Baumscheiben zum Beispiel gehöre aber nicht dazu.
Aus dem Rathaus wurde auch erneut an Hundehalter appelliert, pflichtgemäß den Kot ihrer Tiere zu entsorgen. Regiehof-Mitarbeiter treffen allerdings immer wieder hartnäckige Tierhalter an: „Wenn wir jemandendarauf ansprechen, dass die Baumscheiben nicht als Hundeklo gedacht sind, bekommen wir oft den Stinkefinger zu sehen“, berichten dieMänner. Besonders in Mitleidenschaft gezogen seien neben der Augusta- unter anderem auch Elisabeth- und Twachtmannstraße sowie Grünanlagen wie jene amNeuen Markt.

Kontakt zur Autorin
m.steffen@nordkurier

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