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Starke Bilder gegen die Krankheit

Künstler Helmut Schulze mit seiner Frau Jana vor seinen Bildern in der Galerie des Maler-  meisters Rolf Ficker in Wesenberg.  FOTO: Franziska Gerhardt
Künstler Helmut Schulze mit seiner Frau Jana vor seinen Bildern in der Galerie des Maler- meisters Rolf Ficker in Wesenberg. FOTO: Franziska Gerhardt

VonFranziska Gerhardt

In der Wesenberger Galerie des Malermeisters Rolf Ficker sind zurzeit Werke von Helmut Schulze neben Bildern von Waldorfschülern aus Seewalde zu sehen. Auch Janine Hübbe, stellt dort aus.

Wesenberg.Seine Kunst ist etwas Besonderes. Die Farben sind leuchtend und ausdrucksstark und so dick auf die Leinwand aufgetragen, dass die Fingerspuren darin zu erkennen sind. Helmut Schulzes Bilder sind aber auch darum außergewöhnlich, weil es für ihn schwierig ist, sie zu malen: Er leidet an Amyotropher Lateralsklerose, einer degenerativen Erkrankung des motorischen Nervensystems, und ist fast vollständig gelähmt. Zu sehen ist seine Kunst zurzeit in der Wesenberger Galerie des Malermeisters Rolf Ficker.
Helmut Schulze wurde in Neustrelitz geboren. Vor seiner Erkrankung betrieb der zweifache Vater eine Glas- und Gebäudereinigungsfirma in der Residenzstadt. Im Jahre 2006 fing er an, Beschwerden zu haben, und musste immer wieder ins Krankenhaus, 2007 wurde dann die Diagnose gestellt.

Sein Lebensmotto: Wer nicht kämpft, hat verloren
„Obwohl seine Krankheit fortschreitet, hält Helmut an seinem Lebensmotto fest: ,Wer kämpft, kann verlieren, aber wer nicht kämpft, hat schon verloren‘“, so seine Frau Jana. Als 2012 eine neue Ergotherapeutin ins Haus kam, begann Helmut mit ihrer Hilfe, seine künstlerische Seite zu entdecken. Die Therapeutin, Susanne Schmidt, half Helmut, mit den Händen auf Leinwänden zu malen.
„Helmut hatte schnell eine eigene Vorstellung davon, wie seine Kunstwerke aussehen sollten“, sagt Jana Schulze. „Immer wieder neue Ideen bringen ihn dazu, jede freie Minuten zwischen seinen Therapien zu nutzen.“ Therapeutin und krankenschwester helfen ihm. Dass die Ergebnisse seiner Arbeit jetzt in der Wesenberger Galerie zu sehen sind, macht das Ehepaar stolz.
Neben Helmut Schulzes Werken sind in der Galerie auch Bilder von Zweitklässlern aus der Waldorfschule Seewalde zu sehen. Mit Aquarelltechnik und Wachsstiften haben die Sieben- und Achtjährigen Farbübungen gemalt. An einer dritten Wand hängen Arbeiten von Janine Hübbe, der Tochter des Malermeisters Rolf Ficker, der auch die Idee zu der gemischten Ausstellung hatte. „Er stellt jeden Sommer die Arbeiten seiner Tochter hier aus und wollte den Rahmen dieses Jahr erweitern“, erzählt Katrin Dorn, die Leiterin der Waldorfschule Seewalde.
Janine Hübbes Arbeiten sind hauptsächlich in Acrylfarben auf Leinwand ausgeführt, bei einigen Bildern wurde auch 3-D-Modellierpaste oder Strukturpaste verwendet. Die Arbeiten zeigen Landschaften, Blumen und Pflanzen aus der Mecklenburgischen Seenplatte. Die Ausstellung ist den ganzen Tag von 6.30 Uhr bis 18 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Kontakt zur Autorin
f.gerhardt@nordkurier.de

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