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Statt Strafzettel gibt’s erst mal nur Hinweise

VonAnke Goetsch

Manchmal genervt, aber meistens positiv reagieren Radfahrer auf die Polizei- kontrollen im Neustrelitzer Stadtgebiet. In der nächsten Woche haben die Beamten Bußgeldbescheide dabei.

Neustrelitz.Freundlich, aber bestimmt stoppen Polizeioberkommissarin Catrin Riechel und ihre Kollegen Radfahrer in Höhe des Neustrelitzer Rummelplatzes. Ein kurzer kritischer Blick auf die Zweiräder genügt, um erste Mängel zu erkennen. Meistens ist es die richtige Beleuchtung, die fehlt. Und dass in Deutschland das Rechtsfahrgebot auch auf Radwegen gilt, ist noch nicht bei allen angekommen. In den Händen haben die Polizisten bei ihren Kontrollen in dieser Woche jedoch keine Strafzettel, sondern ein Informationsblatt, auf dem alles aufgelistet ist, was zu einem verkehrssicheren Rad gehört.
Aufgelistet ist aber auch der Bußgeldkatalog für Radfahrer. So können für das Nichtnutzen vorhandener Radwege oder das Befahren in der falschen Richtung 20Euro erhoben werden.Fehlende Beleuchtung schlägt ebenfalls mit 20 Euro zu Buche. Wenn das Rad durchgrößere Mängel nicht verkehrssicher ist, kann das sogar bis zu 80 Euro kosten.
„Wir wollen mit den Kontrollen im gesamten Stadtgebiet die Menschen für dieses Thema sensibilisieren“, erläutert Catrin Riechel. Allein im Bereich des Polizeihauptreviers Neustrelitz gab es im vergangenen Jahr 45 Unfälle, in die Radfahrer verwickelt waren. Zwei davon endeten tödlich, drei mit Schwerverletzten und 28 mit Leichtverletzten, so die Polizistin.
Die Reaktionen auf die Hinweise sind überwiegend positiv, manche Radler haben aber auch kein Verständnis. Eine ältere Radfahrerin freut sich über die Polizeikontrolle. „Endlich habe ich mal freie Fahrt und muss nicht auf die mir entgegenkommendenRaser achten“, erklärt sie. Die Polizeipräsenz scheint etwas zu bewirken. Einige Radler fühlen sich, weil sie es eilig haben, von dem Stopp genervt und sehen für die Polizei andere „Baustellen“. Dass sie sich lieber um die Auto-Raser kümmern sollen, bekommen die Beamten von Radfahrern zu hören, die ihre Ordnungswidrigkeiten nur als Bagatellen ansehen.
In der nächsten Woche wird es weitere Kontrollen geben, dann haben die Beamten Bußgeldbescheide dabei. Zur Sicherung von Zweirädern gibt es am Freitag von 13 bis 16 Uhr die Möglichkeit der kostenlosen Fahrradcodierung. Zur Verkehrswacht am Kolberg (Lessing-straße 80) sind ein Personaldokument, ein Eigentumsnachweis und bei Kindern die Einverständniserklärung der Eltern mitzubringen.

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