Nordkurier.de

Stinksauer über Klärgrube

Günter Räbiger zeigt auf den Gulli zur Klärgrube, die erst 2002 neu gebaut wurde. Laut Verordnung muss die Anlage nach nur zehn Jahren Nutzung umfassend erneuert werden.  FOTO: TL
Günter Räbiger zeigt auf den Gulli zur Klärgrube, die erst 2002 neu gebaut wurde. Laut Verordnung muss die Anlage nach nur zehn Jahren Nutzung umfassend erneuert werden. FOTO: TL

Von unserem Redaktionsmitglied
Tobias Lemke

Erst 2002 hat sich das Ehepaar Räbiger eine neue Klärgrube geleistet. Jetzt muss schon wieder neu gebaut werden, weil sie nicht mehr dem Gesetz entspricht.

Strasen.Elfriede und Günter Räbiger haben Mitte der 1990er Jahre alles in die Sanierung des alten Gutshauses am Ortsrand von Strasen gesteckt. Im Jahr 2002 wurde auf dem Grundstück dann noch eine komplett neue Klärgrube gebaut. Die entspreche nun nicht mehr den gesetzlichen Anforderungen und müsse nach gerade mal zehn Jahren erneuert werden, ärgern sich Räbigers.
Der Grund dafür liegt in der „Verwaltungsvorschrift über allgemein anerkannte Regeln der Technik für die Abwasserbehandlung mittels Kleinkläranlagen“, wie die Verordnung heißt. Diese wurde nämlich im November 2002 vom Landesumweltministerium neu erlassen und schreibt seither vor, dass eine Untergrundversickerung von biologisch ungereinigtem Abwasser unzulässig ist, teilt das Umweltamt der Mecklenburgischen Seenplatte mit.
Aber genau eine Klärgrube mit einem 3-Kammersystem, in welcher in den hinteren Kammern versickert wird, haben sich Räbigers noch 2002 bauen lassen. Mit Ablauf ihrer wasserrechtlichen Erlaubnis müsste das Rentnerpaar nun wieder Geld in die Hand nehmen, um die Anlage etwa um biologische Reinigungsstufen zu erweitern. „Wenn wir nicht noch im Lotto gewinnen, können wir das finanziell nicht mehr leisten“, sagt Elfriede Räbiger, dass sie mit Kosten von 10000 Euro und mehr rechnet. Es ärgert sie, dass so eine Entscheidung am grünen Tisch beschlossen wurde.
Auf die neue Gesetzeslage seien die Besitzer von Kleinkläranlagen schon in den Vorjahren hingewiesen worden, so das Umweltamt mit. Der Ärger in diesem Fall sei zwar verständlich, da die Grube noch im Jahr 2002 gebaut wurde, aber einen Stichtag müsse es nun mal geben. Da seien Räbigers auch kein Einzelfall. Spätestens mit dem Neuvergabe der wasserrechtlichen Erlaubnis müssen die Strasener umrüsten. Dabei weist das Umweltamt darauf hin, dass die Kläranlage künftig auch als Sammelgrube genutzt werden könne. Die Familie solle demnach genau rechnen, ob eine Umrüstung oder aber mehr Abfahrten des Abwassers günstiger ausfallen.

Kontakt zum Autor
t.lemke@nordkurier.de

Mehr zu diesen Themen
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
×