Februar 22, 2012
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Krankheiten von Redaktion

Suff bleibt größtes Problem

Kristin Mahnke
Kristin Mahnke
Von unserem Redaktionsmitglied
Tobias Lemke

Rund 1500 Gespräche führten
die Mitarbeiterinnen der Neu- strelitzer Suchtberatungsstelle
im Vorjahr. Drei Viertel davon betrafen die Alkoholsucht.

Neustrelitz.Der Konsum von Alkohol, Tabak und Cannabis ist bei Jugendlichen rückläufig. Diese Erkenntnis geht aus der kürzlich veröffentlichten Drogenaffinitätsstudie 2011 der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hervor. Eine Aussage darüber, ob diese bundesweite Entwicklung auch in der Strelitzer Region festzustellen sei, kann Kristin Mahnke von der Sucht- und Drogenberatungsstelle der Diakonie in Neustrelitz zwar nicht geben. Denn die Neustrelitzer Beraterinnen arbeiten auch mit der Jugendanstalt zusammen. Unter den Insassen sei die Affinität zum Konsum legaler und illegaler Drogen höher, was sozusagen die Statistik verfälsche, erklärt Mahnke.
Grundsätzlich gebe es jedoch eine Tendenz zu weniger Auffälligkeiten. Vom Krankenhaus, das bei AlkoholmissbrauchJugendlicher eine Beratung vermittelt, ist Kristin Mahnke im vorigen Jahr etwa nicht angefordert worden. Dennoch macht gerade die Alkoholabhängigkeit den Großteil der Beratungsgespräche aus. 75 Prozent der mehr als 1500 Gespräche, die die drei Mitarbeiterinnen der Neustrelitzer Beratungsstelle 2011 führten, befassten sich damitt. „Alkohol ist nach wie vor das Thema Nummer eins und wird es auch bleiben“, sagt Kristin Mahnke.
Dabei kann der Weg bis zumBeratungsgespräch ganz unterschiedlich verlaufen. Betroffene werden oftmals von der Familie dazu überzeugt, erhalten von Arbeitgebern oder Bewährungshelfern eine Auflage dazu oder kommen aus freien Stücken. „Beim erstenKontakt geht es dann zunächst darum, Vertrauen aufzubauen“, erklärt Mahnke. In weiteren Schrittenwerde dann in die Therapie, zu Selbsthilfegruppen oder zu einer Entgiftung vermittelt. Auch nach einer Therapie bleibe der Kontakt zu den Beraterinnen erhalten, bei manchen Betroffenen sogar über mehrere Jahre.
Die aktuelle Drogenaffinitätsstudie lässt auch erkennen, dass bei jungen Menschen der Griff zur Zigarette seltener geworden ist. „Diese Entwicklung ist erfreulich. Alkoholprobleme beschäftigen uns zwar am meisten, Nikotinabhängigkeit ist jedoch gefährlicher“, macht Mahnke auf größere Schädigungen aufmerksam. Daher würde sie sich wünschen, dass gerade hierzu das Beratungsangebot stärker wahrgenommen wird.
Eine weitere Abhängigkeit, die zunehmend eine Rolle spielt, sei die Computer- und Internetsucht. Eine Mitarbeiterin der Beratungsstelle sei kürzlich mit einer Fortbildung dafür „fit gemacht“ worden.
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