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Totgesagte Ehrung soll wiederbelebt werden

VonSusanne Schulz

Für den vom Kreis „beerdig- ten“ Daniel-Sanders-Preis schlägt Hartwig Richter einen Neustart unter Hoheit der Stadt Neustrelitz vor.

Neustrelitz.Dass der Daniel-Sanders-Preis aus dem Altkreis Mecklenburg-Strelitz
in den nunmehrigen Seenplatten-Strukturen stillschweigend beerdigt wird, wollen Verfechter der regionalen Kultur nicht ebenso stillschweigend hinnehmen. Nachdem auf das Abschaffungs-Votum hin bereits der Geschäftsführer der AltenKachelofenfabrik Neustrelitz, Horst Conradt, aus dem Strelitzer Kulturbeirat zurücktrat (der Nordkurier berichtete) und der Grünower Künstler Wolf Leo den Politikern Verantwortungs- und Kulturlosigkeit vorwarf, meldet sich nun der Inhaber des Daniel-Sanders-Hauses in Altstrelitz zu Wort: Hartwig Richter wünscht sich einen Neustart unter Hoheit der Stadt. „Unser Haus würde gern organisatorische Funktionen übernehmen“, bekundet er.
Pate stehen könne eine Institution vergleichbar der Stiftung, die Sanders’ Stiefsohn Alexander Koner-Sanders 1897 aus dem Erbe des Strelitzer Gelehrten errichtet habe, sagt Richter.Damals sollten unter Zustimmung des Magistrats „als Anerkennung von Fleißarbeit und lobenswerter Prüfung zur Förderung geeignete Gaben gereicht werden“. Wann jene Stiftung eingestellt wurde, gelte es zu erforschen: Die Familie Sanders habe mehrere Stiftungen verfügt; jene zum Haus des Sprachforschers sei erst von der DDR aufgelöst worden.

Angeregt von
Max’ Abiturleistung
Zu seiner Idee animiert hat den Altstrelitzer Literaturfreund die „Besondere Lernleistung“ des Caroliners Max Schultze, der eine wissenschaftliche Jahresarbeit in Zusammenarbeit mit dem DLR in seine Abiturwertung einbrachte. „Das wäre unser Vorschlag für denersten Preisträger“, erklärt Hartwig Richter und hat sich mit seinemVorschlag auch an Bürgermeister Andreas Grund gewandt.Für die jeweiligen Gaben solle ein Sponsor gefunden werden, der auch die Festveranstaltung ausrichtet. Im genannten Fall könne dies das DLR sein, stellt sich Richter vor. Die Festrede, wünscht er sich, solle sich auf Sanders Werk „Für die Fröhliche Jugend“ beziehen.
Ideen habe er auch zur Zukunft des Daniel-Sanders-Sprachpreises für Schüler, deutet Hartwig Richter an. Die von der Stadt Neustrelitz ins Lebengerufene Auszeichnung war in diesem Jahr aus Mangel an qualitätvollen Einsendungen nicht vergeben worden und soll künftig in veränderter Form ausgeschrieben werden.
Der Daniel-Sanders-Kulturpreis wurde 1997 vom Kreis Mecklenburg-Strelitz für Leistungen im Bereich von Kultur, Kunst, Brauchtumspflege und Historie initiiert. Als im Großkreis Seenplatte die Auszeichnungen der Altkreise auf den Prüfstand kamen, sprach sich der Kulturausschuss gegen die bisherigen Formate und für eine neue, gemeinsame Ehrung aus.

Kontakt zur Autorin
susanne.schulz@nordkurier.de

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