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Urlaubsparadies wird herausgeputzt

Anne Asmuss und ihr Mann mit Handwerkern beim Treppenbau fürs Amtsverwalterhaus. Wenn das historische Haus fertig saniert ist, können die ersten Pensionsgäste einziehen. Der Buchungskalender ist bereits voll. [KT_CREDIT] FOTOs: Rosemarie Fischer
Anne Asmuss und ihr Mann mit Handwerkern beim Treppenbau fürs Amtsverwalterhaus. Wenn das historische Haus fertig saniert ist, können die ersten Pensionsgäste einziehen. Der Buchungskalender ist bereits voll. [KT_CREDIT] FOTOs: Rosemarie Fischer

VonRosemarie Fischer

In der Feldberger Seenlandschaft werden Boote zu Wasser gelassen, es wird gefegt, geharkt und gepinselt. Die Unternehmen starten in die Saison. 240000 Übernachtungen wollen überboten werden.

Feldberg.Es ist wie imTheater. Ist die Generalprobe verpatzt, werden alle Kräfte auf die Premiere gesetzt. Für den Tourismus in der Feldberger Seenlandschaft übersetzt könnte das heißen: Ostern fiel in den Schnee, aber der Mai mit seinen vielen Feiertagen wird gelingen. In Feldberg summt es: Boote werden zu Wasser gelassen, es wird gefegt und geharkt und gepinselt, was das Zeug hält. Der Besucherrekord aus dem Vorjahr mit 240000 Übernachtungen will erreicht oder getoppt werden.
Rainer Maaß, Chef derFeldberger Jugendherberge, beseitigt mit der elektrischen Heckenschere Wildwuchs und Heckenaustriebe. Das metert auf dem großen abschüssigen Gelände. Die Jugendgruppe, die zu Ostern die Kanusaison eröffnen wollte, ist gar nicht erst angereist, schließlich hatten die Seen noch eine geschlossene Eisdecke. Aber jetzt geht’s los, sagt er zufrieden: Im Mai sind alle Tage und alle 87 Betten ausgebucht, im Juni und den anderen Ferienmonaten gibt es nur noch Restplätze. Jetzt, in der Vorsaison, kommen vor allem Schulklassen für knapp eine Woche. Die wollen natürlich etwas erleben, und so profitieren auch die Anbieter von Pferde- und Wassersport, Fahrradverleiher und Bowlingbahnbetreiber von dem jungen Treiben in Feldbergs Norden.
Netzwerken wird in Feldberg groß geschrieben. Die Unternehmer aus der Tourismusbranche haben erkannt, dass zusammen vieles einfacher geht. Die Unternehmergemeinschaft „17zwo58 – Feldberg bewegt Dich!“ bereitet zur Zeit das inzwischen schon dritte „StattFest“ vor, das am 6. Juli stattfindet und „in diesem Jahr noch mehr Wert auf regionale Stände legt. Die auf Volksfesten
üblichen Schausteller werden völlig fehlen werden“,
erläutert Robert Gardlowski vom Verbandsvorstand.
Das ist für Christian Bermes, dem Chef der „Ruhepuls-Sporttouristik“, noch weit weg. Jetzt arbeitet er auf den 1.Mai hin, seine Saisoneröffnung. Mit einem Balkan-
Folk-Konzert am Pfingstsonntag ist dann die Saisoneröffnung für die Veranstaltungsreihe „Steg in Flammen“.
Auf jene Urlauber, die sich Feldberg auf der Zunge zergehen lassen wollen, setztNicole Berg mit ihrem Reiterhof in Wittenhagen. Gemeinsam mit Fred Bollmanns „Rangertours“ und der Gaststätte „Zum Wildschwein“ will sie den Aktiv-Touristen ein Tagesangebot machen. Dazu gehören eine Kanutour, ein Geländeritt und ein Drei-Gänge-Menü.
Die angehende Pensionsbetreiberin Anne Asmuss denkt am liebsten über den Mai hinaus. Dann sind die Handwerker fertig mit ihrem sanierten historischen Amtsverwalterhaus, das auf dem Amtswerder steht. Bald können die ersten Familien in die Ferienwohnungen einziehen. Der Buchungskalender ist schon voll. Eigentlich wollte Anne Asmuss auch noch Gastronomie in dem neuen Hausanbieten. Aber das passt gerade nicht so in ihre familiäre Situation. „Vielleicht später.“
Kinder und Familie sollen auch bei Jörg Godenschweger mit seinem Bio-Bistro „Leib und Seele“ in diesem Jahr die erste Geige spielen. Deshalb hat er den ständigen Regionalmarkt auf den Hof verlegt, in dem Kinder Platz zum Spielen haben. 30 Sitzplätze drinnen und draußen hat er geschaffen.
Kleinere Brötchen will in diesem Jahr „Tortenmarie“ Cindy Baugatz in ihrem Kurpark-Café backen. Im Moment steht ihr Mann mit dem Segway-Projekt im Mittelpunkt, der Ausflüge auf den Elektro-Rollern anbietet. Viele Gäste möchten ob der schönen Aussicht im Kurpark-Café gern auch am Abend dort ein Gläschen Wein trinken. Aber die schickt Cindy Baugatz uneigennützig in den „Abendsegler oder ins „Deutsche Haus“. Dort gibt es den gleichen Ausblick. „Irgendwann muss ich auch mal schlafen.“ Schließlich trägt sie im Morgengrauen, bevor sie die Backstubentür öffnet, den Nordkurier aus. „Das ist mein Frühsport und in der Saison an manchenTagen auch meine einzige Portion Frischluft.“
Brigitta Richter aus der Kurverwaltung glaubt, dass die Saison gut und lang wird. „Im Vergleich zu den Vorjahren hinken wir mit den Übernachtungszahlen zwar noch ein bisschen hinterher, aber jetzt kommen die Leute“, sagt sie. „Viele sind schon hier, für Himmelfahrt und Pfingsten haben wir vermehrt Anfragen. „Wenn das Wetter mitspielt, machen wir uns keine Sorgen.“

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