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Von Café bis Bühnenszene

Großes Interesse fand schon die erste Zusammenkunft zum Projekt „Kriegskinder – Lebenswege bis heute“ im Kunsthaus. Die nächste findet am 23. Februar statt.  FOTO: Anke Goetsch
Großes Interesse fand schon die erste Zusammenkunft zum Projekt „Kriegskinder – Lebenswege bis heute“ im Kunsthaus. Die nächste findet am 23. Februar statt. FOTO: Anke Goetsch

Von unserer Mitarbeiterin
Anke Goetsch

Viele wollen mitwirken am Neustrelitzer Projekt „Kriegs- kinder“, das Angehörige ver- schiedener Generationen mitein- ander ins Gespräch bringen soll.

Neustrelitz.Zu dem Projekt „Kriegskinder – Lebenswege bis heute“, das vom Anne-Frank-Zentrum Berlin initiiert wurde, beteiligt sich auch Neustrelitz.Mehr als 30 Vertreter von Vereinen, Schulen, Kirche, Politik und öffentlichen Einrichtungen waren am Donnerstagabend der Einladung ins Kunsthaus gefolgt, um erste Ideen zu diskutieren.
Mit dem Modellprojekt, das auch in Saalfeld und Schwedt stattfindet, soll der Dialog zwischen den Generationen über die lokale Geschichte gefördert werden. Im Fokus stehen die Kindheits- undJugenderlebnisse der Generation 70+. 2013 sollen die Ergebnisse der Arbeit an verschiedenen Orten der Stadt zu sehen sein.
Thomas Kowarik vom Kunsthaus und der Geschichtslehrer Dirk Kollhoff sind die lokalen Koordinatoren, die bei der Vernetzung der Akteure und Aktivitäten, bei der technischen Umsetzung und der methodischen Begleitung Unterstützung geben wollen.Kollhoff betonte, dass das Vorhaben auf breite Schultern gestelltwerden müsse und nicht allein
alsSchulprojekt zu betrachten sei.
Doch natürlich sind die drei weiterführenden Schulen hoch motiviert, daran mitwirken. Die IGS „Walter Karbe“ möchte im Wahlpflichtbereich an die guten Erfahrungen mit der Erforschung der Geschichte der Muna Fürstensee anknüpfen und mit Zeitzeugen in einem Erzählcafé ins Gespräch kommen oder in Zusammenarbeit mit den PC-Senioren eine Internetseite zu dem Thema erstellen. Hella Schulz von der Nehru-Schule hat ebenfalls mit Schülern schon an einem Zeitzeugenprojekt gearbeitet und weiß um das großeInteresse der Jugendlichen.
Die Pastorinnen Cornelia Seidel von der Kirchgemeinde Strelitzer Land und Rita Tiedt aus Kiefernheide berichteten, dass sie sehr oft von bewegenden, unreflektierten Erlebnissen der Älteren hören, und erklärten ihre Bereitschaft, Kontakte zwischen den Generationen zu vermitteln.
Der katholische Pfarrer Dieter Schütz verwies darauf, dass besonders der Fokus auf das alltägliche Leben, die „Normalität“ gelegt werden müsse. Die Neustrelitzerin Erika Wittkowski und Edith Janitz aus Bergfeld sind daran interessiert, mit der jüngeren Generation über ihr Leben ins Gespräch zu kommen. Paula Haase von der Theatergruppe „Durchgespielt“ könnte sich gut vorstellen, aus interessanten Gesprächen Theaterszenen zu entwickeln. Anke Bannier vomKulturrat verwies auf die Tradition der Erzählcafés in Neustrelitz in den 1990iger Jahren und das umfangreiche Videomaterial aus dieser Zeit. Museumsleiter Albrecht Pyritz sieht die Möglichkeit, dass Projektergebnisse auch im künftigen Kulturquartier ihren Platz finden könnten, bietet sein Haus als Raum der Begegnung und signalisierte Unterstützung bei der Suche von Zeitzeugen.
Ihre Bereitschaft zur Mitarbeit an dem Projekt erklärten auch die Alte Kachelofenfabrik, der Verein „Kultur in Bewegung“, der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, die Kreisvolkshochschule, das Regionalzentrum für Demokratische Kultur, der Jugendclub Blue Box, das Katholische Kinder- und Jugendhaus, die Stadtbibliothek, Bürgermeister Andreas Grund, Kreistagsmitglied Klaus Michael Körner und Stadtvertreter Ernst Dörffel. Auch von der Volkssolidarität und vom Seniorenclub Strelitz-Alt wurde im Vorfeld Unterstützung signalisiert. Die nächste Zusammenkunft findet am 23. Februar im Kunsthaus statt.
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