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Vor dem Hirschtor an alte Zeiten erinnert

Derzeit noch offen, soll das Haupttor des Hirschportals künftig verschlossen sein und der Zugang seitlich erfolgen.  FOTO: S. Schulz
Derzeit noch offen, soll das Haupttor des Hirschportals künftig verschlossen sein und der Zugang seitlich erfolgen. FOTO: S. Schulz

VonMarlies Steffen

Ein Neustrelitzer hat einst mit verhindert, das das jetzt wieder sanierte Hirschtor auf dem Schlossberg der Verschrottung anheim
fallen könnte.

Neustrelitz.Er ist so etwas wie ein Retter des Hirschtors und doch stand er am Dienstag still und bescheiden abseits der Offiziellen. Hätte der Neustrelitzer Helmut Haltermann damals nicht gehandelt, wer weiß, was aus dem vor nicht ganz 190 Jahren errichteten Bauwerk auf dem Schlossberg geworden wäre.
Haltermann war Anfang der 1970er Jahre als Betriebsleiter in der Maschinenbaufirma Rogge beschäftigt, als die damalige Stadtverwaltung ein Anliegen an dieFirma herantrug. Das nur noch desolat in den Flügeln hängende Hirschtor sollterepariert und wieder geschlossen werden. Aber es durfte nichts kosten.
Haltermann, in den 1960er Jahren nach Neustrelitz gekommen und historisch interessiert, packte der Ehrgeiz. Er baute sich ein Modell. Daran wurde der Nachbau ausgerichtet, der natürlich nicht orginalgetreu ausfiel. Aber selbst die Spitzen hatte Haltermann verewigt, wenn auch nicht wie im Originalzustand in Gold. Aus praktischen Erwägungen heraus wurde das Tor zugeschweißt, so dass sich die Flügel nicht öffnen ließen. Bezahlen musste die Stadt für den Auftrag nichts.
Wäre das Tor damals nicht repariert worden, wäre es wohl der Verschrottung anheim gefallen, hieß es zuroffiziellen Bauabnahme für das jetzt fachkundig undaufwendig sanierte Baudenkmal. Haltermann hatte sich während der Restaurierungsarbeiten auch mit Ralf Gerhardt von der bauausführenden Kunstschmiede Gerhardt in Verbindung gesetzt. So erhielten die Fachleute von heute Informationen, die für sie wichtig waren.
Während der Bauabnahme übergab Gerhardt zwei Schlüsselsätze für Haupt- und Seitentor. Vorerst soll das Haupttor geöffnet bleiben, einige Restarbeiten sind auf der Bodenseite in Richtung Tiergarten zu erledigen. Hier zeigte sich – für die anwesenden Mitarbeiter aus dem Rathaus überraschend –, dass das Land als Auftraggeber der Arbeiten sich nur für das Tor und die Sockelzuständig fühlte. Der Zugangsbereich zu dem Bauwerk, der sich noch in marodem Zustand präsentiert, muss nun von der Stadt aufgearbeitet werden. Perspektivisch ist beabsichtigt, das Tor geschlossen zu halten, um es in seiner ganzen Schönheit wirken zu lassen. Der Zugang soll dann von einem seitlichen Bereich, der geöffnet werden soll, erfolgen.
Nach dem Schlossberg stand am Nachmittag der Schlossgarten im Mittelpunkt des Interesses. Hierwaren etliche Neustrelitzer der Einladung des Betriebs für Bau und Liegenschaften (BBL) zu einer Führung über die Baustelle gefolgt. Der Rundgang führte unter anderem über die Neuen Anlagen, die sich nach der Sanierung in gänzlich anderem Erscheinungsbild präsentieren werden als bislang. Vor allem, weil ursprüngliche Wegebeziehungen wieder hergestellt werden, sagte Projektleiter Friedrich-Wilhelm Garve.

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m.steffen@nordkurier.de

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