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Wenn ein Haus erzählen könnte

Von unserem Redaktionsmitglied
Susanne Schulz

Viele Weggefährten sind willkommen, wenn es am Monatsende in der Neu- strelitzer Lessingstraße ein halbes Jahrhundert Schul- geschichte zu feiern gilt.

Neustrelitz.Wenn dieses Haus erzählen könnte, würde es jetzt vielleicht von einer gewissen Nervosität berichten. So geht es ja wohl vielen, wenn der 50. Geburtstag näher rückt – und de gilt’s in zwei Wochen zu feiern in der Neustrelitzer Lessingstraße. Nach 15 Jahren Baracken-Provisorium bekam das Wohngebiet Kiefernheide im Herbst 1963 denersten Neustrelitzer Schulneubau seit dem Zweiten Weltkrieg; begangen wird das Jubiläum nun vorsorglich im Frühjahr.
Wenn dieses Haus reden könnte, würde es wohl viele Gäste einladen. Das übernehmen statt seiner die Menschen, die ihm heute besonders verbunden sind. Schulleiter Hans-Werner Goetsch etwa oder Sport- undBio-Lehrerin Sylvia Schulz, die sich um die Vorbereitung der Festtage kümmert. Unter all den Jubiläen der jüngeren Zeit – erinnert sei nur an 20 Jahre IGS „Walter Karbe“ – ist das halbe Jahrhundert ein besonderes, so Goetsch: „Es sind nicht mehr so viele da, die die Anfänge miterlebt haben. Selbst damalige Schüler sind heute fast im Rentenalter.“
Der Schulleiter selbst kam 1977 an die damalige Karl-Marx-Oberschule; seine sportbegeisterte Kollegin unterrichtet seit 22 Jahren an dem Hause, das Jahre zuvor harte Konkurrenz war: Als Schülerin an der Oberschule III hatte Sylvia Schulz immer mal erleben müssen, dass „die Fünf“ bei Sportwettkämpfen besser abschnitt. Jetzt sorgt sie selbst mit dafür, dass aus der Lessingstraße – wo es seit einigen Jahren sportorientierte Klassen gibt – sportlicheAsse auftrumpfen.
Wenn dieses Haus sprechen könnte, wüsste es auch von mancher Verjüngung zu erzählen. Wie es in den 70ern mit rund 1200 Schülern aus den Nähten zu platzen drohte, bis die neu gebaute Oberschule VIII Abhilfe schuf. Für die heute rund 320Fünft- bis Zehntklässler sowie ihre Lehrer bieten Klassenzimmer, Fachkabinette und die schöne Aula ein ansehnliches und komfortables Umfeld. Der Lieblingsraum von Sylvia Schulz ist übrigens das Lehrerzimmer – auch weil im Kollegium die Atmosphäre „stimmt“. Hans-WernerGoetsch wiederum liebt besonders den Physikraum, wo die Schüler knobel und experimentieren können.

Wunschzettel für frische Farbe und Sportplatz
Wenn dieses Haus sich etwas wünschen könnte, dann vielleicht das, was seine Nutzer „auf dem Zettel“ haben: Für den vor 30 Jahren angelegten Sportplatz ist eine Generalüberholung fällig, die nach Auskunft der Stadt nächstes Jahr beginnen könnte. Und 13 Jahre nach dem leuchtend gelben Anstrich wäre es auch an der Zeit für frische Farbe. Eine wichtige Neuerung ist ihm in den vergangenen Monaten zuteil geworden: Nachdem wegen der abgeholzten Pappelallee die Südseite arg erhitzungsgefährdet war, spenden die unterdessen montierten Außenrollos nun klimatische Besserung.
Wenn das Haus reden könnte, hätte es eine Menge Einladungen auszusprechen für den 26. April, wenn eine Festveranstaltung in derAula, viel Trubel auf dem Hof sowie Treffen für ehemalige Mitarbeiter und Schüler auf dem Programm stehen. Ein Aufruf, Erinnerungen beizusteuern, fand zwar nicht so viel Resonanz wie erhofft,förderte aber doch manche Überraschung zutage. Eine E-Mail des auch durch seine Beiträge für unsere Zeitung bekannten Neustrelitzers Ulrich Krieger zum Beispiel: mit einem Gedicht, das er einst als Zehnjähriger auf „seine“ neue Schule schrieb.

Kontakt zur Autorin
susanne.schulz@nordkurier.de

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