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Winterkirche frisch renoviert

Pastorin Pirina Kittel freut sich über die frisch renovierte Winterkirche in Thurow, in der auch ein neuer Altar mit der dazugehörigen Decke steht.  FOTO: Franziska Gerhardt
Pastorin Pirina Kittel freut sich über die frisch renovierte Winterkirche in Thurow, in der auch ein neuer Altar mit der dazugehörigen Decke steht. FOTO: Franziska Gerhardt

VonFranziska Gerhardt

In Thurow können künftig auch in der kalten Jahreszeit Gottesdienste im Warmen abgehalten werden. Auch schmücken ein neuer Boden und ein neuer Altar den Raum.

Thurow.„Das ist wie ein Gottesgeschenk, dass wir heute hier sitzen können“, fasst Pirina Kittel ihre Begeisterung über die Renovierung der Thurower Winterkirche zusammen. Gestern Nachmittag hatte die Pastorin der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Rödlin-Warbende zu einer kleinen Andacht nach Thurow geladen, um die fertiggestellten Arbeiten im Altarraum zu feiern. Rund 25 Gemeindemitglieder waren gekommen. Viele von ihnen hatten bei der Renovierung kräftig mit angefasst. Auch viele Spenden kamen zusammen, die den größten Teil der Baukosten decken konnten. Der Rest des Geldes kam aus dem Haushalt der Kirchengemeinde.
Einen neuen modernen Boden aus PVC in Holzoptik hat die Winterkirche bekommen, außerdem wurden die Wände weiß gestrichen. Auch die Nordwand wurde neu gemacht. Das Wichtigste für die Gottesdienste in der kalten Jahreszeit: Es wurde eine neue Heizung eingebaut, damit die Gemeindemitglieder nicht frieren müssen. Außerdem wurden neue Lampen angebracht und zwei neue Tische gekauft. „Neue, schönere Stühle hätte ich gerne noch für den Raum“, sagt Pirina Kittel und lacht. „Aber wenn wir schon alles fertig hätten, wäre das ja Stagnation, und das ist kein christliches Ideal. Es geht immer weiter.“

Die Altardecke entstand
in 104 Stunden Handarbeit
Auch einen neuen Altar hat der Andachtsraum erhalten. Gebaut hat ihn Dieter Riedemann, Tischler im Ruhestand. Er hat Erfahrung damit, denn es ist bereits der vierte Altar, der er für die Kirchengemeinde Rödlin-Warbende konstruiert hat. Die weiße Altardecke haben Renate Dobratz und Roswitha Vehrling in Hardangar-Technik hergestellt, einer norwegischen Stickkunst. Diese haben sie in Neustrelitz bei einem Handarbeitszirkel erlernt. Insgesamt 104 Stunden dauerte die Herstellung der Stickerei, „jede von uns hat 52 Stunden daran gesessen“, erklärt Renate Dobratz. Jetzt breiten die Frauen die neue Decke auf dem Altar aus, den außerdem Vasen mit Rosen, zwei dicke Kerzen und ein Kreuz schmücken.
Zur Feier der Renovierung haben viele Gemeindemitglieder Kuchen gebacken und Kaffee gekocht. Die eifrigsten Helfer bei den Bauarbeiten erhalten Geschenke von der Pastorin, Bücher und Blumen. Vor dem Imbiss liest Pirina Kittel aus dem Jakobusbrief der Bibel. Danach wird mit Begleitung durch Keyboardmusik gesungen, „Herr, Deine Liebe ist wie Gras und Ufer“ und „Die Gedanken sind frei“ erklingen. „Das ist ein Lied der Freiheit“, sagt die Pastorin. Sie erinnert damit an die Gemeindemitglieder, die den Altarraum zu DDR-Zeiten nutzten und es damals als Christen nicht immer leicht hatten. „Die Winterkirche soll uns als Ort der Begegnung dienen“, sagt sie abschließend.

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f.gerhardt@nordkurier.de

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