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Zugespitzte Lage geübt

Die Schreckensmeldungen reißen nicht ab: Ein simulierter Brand in Carpin hat sich ausgeweitet und noch mehr vermisste Personen müssen gefunden werden. Ein Angriffstrupp kommt raus, der nächste geht mit Trage rein.  FOTOs:  Ulrich Krieger
Die Schreckensmeldungen reißen nicht ab: Ein simulierter Brand in Carpin hat sich ausgeweitet und noch mehr vermisste Personen müssen gefunden werden. Ein Angriffstrupp kommt raus, der nächste geht mit Trage rein. FOTOs: Ulrich Krieger

VonUlrich Krieger

Fast 100 Einsatzkräfte
haben in Carpin den Ernstfall geprobt. Die Übung wird
unter Argusaugen begleitet und natürlich auch ausgewertet.

Carpin.Sonnabend, 8.43 Uhr: Feueralarm geht in der Neubrandenburger Rettungsleitstelle ein. Sekunden später ertönt die Sirene der Freiwilligen Feuerwehr Carpin. Auf den digitalen Funkmeldeempfängern ist zu lesen: „Carpin, Seestraße, unklare Rauchentwicklung“.
Zu lesen ist aber auch der Zusatz „Feuerwehrübung“. Denn am Sonnabend haben Kräfte aus Carpin, Thurow, Blankensee, Quadenschönfeld, Watzkendorf und anderen Orten den Ernstfall geprobt und rückten zu einer angekündigten Großübung aus. Insgesamt fuhren Fahrzeuge aus zehn Wehren mit 85 Helfern auf dem Gelände der Firma „Trikoland“ vor und fanden eine unübersichtliche Lage vor. Personen wurden vermisst, aber wo und wie viele? Schnell fanden Angreiftrupps, mit schwerem Atemschutz ausgerüstet, in einem durch Nebelmaschinen stark verqualmten Gebäude zwei Kinder und retteten diese. Den simulierten Brand löschten die Feuerwehrleute.
Die Situation spitzte sich aber zu. Unbemerkt hat das Feuer auf die angrenzende Lagerhalle übergegriffen, weitere Personen wurden vermisst. Noch mehr Material und der Einsatz zahlreicher Feuerwehrmänner waren jetzt gefragt. Um die Löscharbeiten fortzuführen, musste Wasser aus einem entfernten See zugeführt werden. Immer wieder rückten neue Angriffstrupps in die stark verrauchte Lagerhalle ein, wo die Sichtweite manchmal weniger als einen Meter betrug. Sie suchten systematisch die große Fläche nach Opfern ab und fanden diese auch, teilweise von riesigen Strohballen förmlich eingequetscht. In dieses Szenario stürmte nun noch eine „verzweifelte Mutter“ (Schiedsrichterin) und rief nach ihren verschwundenen Kindern. Die Wehrleute wiesen auf die zuvor geretteten Kinder, doch diese waren nicht die Vermissten. Eine erneute Suche begann.
Neben den Schiedsrichtern, die die Übung begleiteten, hatten auch Carpins Bürgermeisterin Karin Doster-Di Rosa, Arnold Krüger, Leitender Verwaltungsbeamter des Amtes Neustrelitz Land, und Ordnungsamtsleiterin Monika Meyer ihre Augen auf die umfangreiche Übung gerichtet. Monika Meyer wies bei dieser Gelegenheit noch einmal darauf hin, dass die Anschaffung eines Einsatzleitwagens ELW1 für den Amtsbereich dringend notwendig sei. Da ein solches Fahrzeug hier bisher nicht zur Verfügung steht, übernahm bei der Übung die Besatzung eines Mehrzweckfahrzeugs aus dem weiter entfernten Userin die Aufgabe. Enrico Kollhoff fungierte als Leiter-Führungsgruppe-Amt und koordinierte alle notwendigen Entscheidungen.
Sein Resümee bei dieser Übung: “85 Feuerwehrleute, drei Sanitäter, zwei Polizisten und ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes haben gute Arbeit geleistet. Das größte Problem war der lange Weg der Wasserzuführung für die Löscharbeiten. Mit dieser angekündigten Übung sollte der Ausbildungsstand überprüft und das im Winter Erlernte abgerufen werden. Die Rettung von sechs Personen und zwei verschütteten Kindern war erfolgreich.“ Noch vorhandene Defizite und kleine Fehler würden nun in einer folgenden Auswertung der Großübung beurteilt.

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