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1,6 Millionen Euro werden gebraucht

Die Mitglieder des städtischen Bauausschusses lassen sich von Andreas Ladisch (Zweiter von rechts) die Funktion des Klärwerkes erklären.  Fotos : A. Stegemann
Die Mitglieder des städtischen Bauausschusses lassen sich von Andreas Ladisch (Zweiter von rechts) die Funktion des Klärwerkes erklären. Fotos : A. Stegemann

VonAngela Stegemann

Die beiden neuen Belebungsbecken in Pasewalks Klärwerk funktionieren bestens.
Aber nun braucht die Stadt Geld für die Nachklärbecken, um die Sanierung abschließen zu können.

Pasewalk.Andreas Ladisch hält das Gesicht in die Sonne und genießt sie. Doch wenn es nach dem Chef des Klärwerkes gegangen wäre, hätte der Winter frostiger sein können. „So um die 20 Grad Minus ein paar Tage lang wären ideal gewesen“, meint er. Dann hätte sich gezeigt, ob die Belebungsbecken wirklich funktionieren. Nun wird der Härtetest auf den nächsten Winter verschoben.
Ansonsten sind die Mitarbeiter der WAL Senftenberg, die den städtischen Eigenbetrieb managt, sehr zufrieden. Das verdeutlichte Andreas Ladisch gegenüber den Mitgliedern des Bauausschusses. Die neue Anlage ist den neuen Gegebenheiten, weniger Einwohner und weniger Industrie, angepasst. Das alte Klärwerk war für 75 000 Leute ausgelegt. Damals wurde die Tatsache berücksichtigt, dass Firmen wie ein großer Schlachthof und die Molkerei produzierten. All die Betriebe gibt es nicht mehr. Heute ist die Anlage für 15 000 Einwohner berechnet. Dazu zählen auch die von Papendorf, Belling, Sandförde und Rollwitz. Aus einem Kanalnetz von rund 83 Kilometern kommt das Abwasser im Klärwerk an. Wobei den Mitarbeitern Sorge bereitet, dass die Leute zu wenig Wasser verbrauchen. In der Oststadt beispielsweise war sogar ein
200er Abwasserrohr dicht. Dort hatten sich Dickstoffe festgesetzt, da das Wasser fehlt.
Was die Klärwerks-Mitarbeiter im Abwasser alles
finden: Gartenschläuche, Strumpfhosen und Medikamente. „Nur Goldringe und Portemonnaies waren noch nicht dabei“, schmunzelt Andreas Ladisch. Probleme mit dem Klärschlamm haben die Pasewalker nicht. Den verwenden die Landwirte. Um zu verdeutlichen, welche Qualität das Wasser hat, wenn es das Klärwerk verlässt, hat Andreas Ladisch drei Proben genommen. Man sieht den Unterschied zwischen Rohabwasser, gereinigtem Abwasser und Trinkwasser.
Nun müssen noch die Nachklärbecken saniert werden, verdeutlicht Bauamtsleiterin Monika Hänsel. Abwassertechnik ist eine teure Angelegenheit. Wurden schon bis zur Einweihung der Belebungsbecken rund 1,7 Millionen Euro verbaut, so werden jetzt noch einmal 1,6 Millionen Euro gebraucht. „Zuerst haben wir gedacht, dass wir auf dem Nachklärbecken nur den Kranz erneuern brauchen“, erzählt die Fachfrau. Aber dann wurde der Beton untersucht. Die Qualität erwies sich als sehr schlecht. Eine Sanierung würde teurer werden als neu zu bauen. Nun wurde erst einmal ein Antrag auf Fördermittel gestellt. Die Stadt hofft, dass im Mai Antwort vom Land kommt.

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