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Alte Fotos fürs Jubiläum gesucht

So hat die Rossower Wassermühle auf einer Postkarte von 1912 ausgesehen. Den Dorfteich in dieser Größe gibt es nicht mehr, nur noch einen kleineren Löschteich.  FOTO: ZVG
So hat die Rossower Wassermühle auf einer Postkarte von 1912 ausgesehen. Den Dorfteich in dieser Größe gibt es nicht mehr, nur noch einen kleineren Löschteich. FOTO: ZVG

VonFred Lucius

Ralf-Peter Nadler ist nicht nur Chef der Rossower Schalmeienkapelle. Er beschäftigt sich auch mit
der Geschichte des Ortes. Und er hat einiges über
die Wassermühle in Erfahrung gebracht.

Rossow.Es muss ein verheerendes Feuer gewesen sein, dass damals, in der Nacht vom 14. zum 15. Januar 1878, in Rossow ausbrach. 53 Gebäude lagen danach in Asche. Viele Familien waren obdachlos, hatten ihr Hab und Gut verloren. So steht es zu lesen in einem historischen Bericht, den Ralf-Peter Nadel „ausgegraben“ hat.
Der Chef der Rossower Schalmeienkapelle beschäftigt sich nicht nur mit Musik. Auch die Geschichte des Ortes liegt ihm am Herzen. Gestöbert hat er im Kreisarchiv, aber auch im Brandenburgischen Hauptarchiv in Potsdam. Vor allem auch die Historie der Rossower Wassermühle, die 1536 erstmals erwähnt wird, interessiert ihn. „Mein Vater war zu DDR-Zeiten selber Müller“, berichtet Ralf-Peter Nadler. In den Archiven hat er Artikel und Bilder abgelichtet. So fand er beispielsweise eine Notiz, dass der Mühlenbesitzer Arthur Lefevre für die nach dem Feuer von 1878 längst wieder aufgebaute Mühle 1934 den Einbau einer Turbine beantragt hat. Wenige Jahre später, im April 1940, ist zu lesen, dass der Dorfteich alljährlich im Frühling abgelassen wird, um den Fischreichtum dem „allgemeinen Nutzen zuzuführen“. Während ein Teil der Fischernte an Rossower Kundschaft abgegeben wurde, ging der größte Anteil nach Pasewalk. Einer weiteren Notiz zufolge zerstörte ein weiterer Brand am 6. November 1925 die Wasser- und Motormühle erneut.
„Die Rossower Mühle hat bis zur Wende funktioniert“, weiß Ralf-Peter Nadler. Besitzer seien unter anderem Friedrich Schwaneberg, Willy Nadler und Helmut Just gewesen. Ein Karl Bäther wird 1954/1955 als Pächter genannt. Diese und andere Fakten trägt Nadler zusammen. 2014 wird Rossow 700 Jahre alt. Zu diesem Ereignis soll unter anderem eine Ausstellung organisiert werden, in der auch die Geschichte der Feuerwehr dargestellt wird. Darum wird sich Ralf-Peter Nadler kümmern.
„Für die Ausstellung suchen wir insbesondere noch Bildmaterial über Rossow“, sagt er. Eine Dorfchronik hat es gegeben, aber die ist abhanden gekommen und nicht mehr auffindbar. Im Potsdamer Archiv habe er viel gefunden. Unter anderem, dass es in Rossow einmal einen Pferdezucht-, einen Krieger- und einen Schützenverein gab. Auch, dass im Ort einst zwei Windmühlen existierten, die letzte ist Ende Mai 1945 abgebrannt. Wer Bildmaterial über Rossow hat, kann sich bei Ralf-Peter Nadler melden. Die Fotos werden eingescannt, sodass die Originale gleich wieder mitgenommen werden können. Originale sollen auch nicht ausgestellt werden. Geplant sind die Feierlichkeiten zum Jubiläum am 2. August 2014.

Infos: Tel. 03973 433320

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