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AWO plant Spar-Variante für den Hort in Strasburg

In der Thomas-Müntzer-Straße betreibt die Arbeiterwohlfahrt ein Jugendhaus. Hier einen Hort einzurichten, ist problematisch.  FotoS (2): F. Lucius
In der Thomas-Müntzer-Straße betreibt die Arbeiterwohlfahrt ein Jugendhaus. Hier einen Hort einzurichten, ist problematisch. FotoS (2): F. Lucius

VonFred Lucius

Wie weiter mit dem Hort
in Strasburg? Über diese Frage macht sich die Arbeiterwohlfahrt Gedanken. Das derzeit genutzt Gebäude auf dem Gelände der Grundschule muss saniert werden.
Eine Lösung ist schwierig.

Strasburg.Die räumliche Nähe ist ideal. Wer von den Strasburger Grundschülern den Hort der Arbeiterwohlfahrt (AWO) besucht, braucht nur einen Steinwurf weit zu gehen, um ins Hort-Gebäude zu gelangen. Auch in der Schule selbst werden Räume für die Betreuung der 68 Kinder genutzt. Doch das Hort-Gebäude ist sanierungsbedürftig. „Rund 285000 Euro müsste man ausgeben, wenn alles gemacht wird“, hat AWO-Geschäftsführer Helmut Grams ausgerechnet. Eine Summe, die weder die AWO noch die Stadt als Eigentümer des Gebäudes aufbringen kann. „Vor diesem Hintergrund steht die Frage: Was tun? Es gibt Überlegungen, den Hort in unserem Jugend-Haus in der Thomas-Müntzer-Straße unterzubringen. Hier aber gibt es Probleme, die zurzeit nicht zu lösen sind“, sagt Grams. Grundsätzlich kann er sich die Unterbringung hier vorstellen. Aber das Ergebnis eine Begehung mit Birgit Baumann, Fachberaterin für Kita beim Kreis, sei mit Blick auf Details ernüchternd gewesen. Zum einen würde man im Jugendhaus nur 30 Kinder unterbringen können. Die Betriebserlaubnis für den AWO-Hort sieht derzeit aber 85 Plätze vor. Vorgeschrieben werden zudem mehr Toiletten als bislang und eine Einzäunung. Nutzen kann die AWO im Jugendhaus bislang nur die untere Etage, weil für die erste Etage und das Dachgeschoss die Fluchttreppe fehlt. Diese kostet Grams
zufolge 45000 Euro. Eine Förderung für die Treppe ist zugesagt, auch die Max-Schmeling-Stiftung will finanziell helfen. „Wir kämpfen darum, das gesamte Gebäude zu nutzen. Eine Umnutzung des Hauses soll noch 2013 erfolgen“, sagt der AWO-Geschäftsführer. Allerdings wolle man sich nicht abschotten, sondern ein offenes Haus bleiben. Der Gedanke, im Jugendhaus den Hort unterzubringen, lasse sich jedenfalls nicht realisieren.
Die AWO müsse daher die „Spar-Variante“ mit dem Gebäude auf dem Gelände der Grundschule fahren, bis die Zahl der Hort-Kinder sinkt. Grams erwartet, dass in drei Jahren nur noch etwa 50 Plätze benötigt werden und sich die Situation damit entspannt. Dann könnte man dafür Schul-Räume und teilweise die angrenzende AWO-Kita nutzen. Grams: „Wir wollen weiter Hort in Strasburg anbieten. Die Zusammenarbeit mit der Schule ist sehr gut.“ Nach Angaben des AWO-Geschäftsführers werden für das Jugendhaus jährlich rund 55000 Euro benötigt, um es zu finanzieren. Im vergangenen Jahr habe man hier ein Minus von 6000 Euro eingefahren. Um nicht nur das ausgelastete Untergeschoss, sondern das ganze Haus sinnvoll zu nutzen, sei man mit vielen möglichen Mietern im Gespräch. Denkbar sei, hier die Strasburger Außenstelle der Musikschule unterzubringen oder Sprechtage der Kinder- und Jugendpsychologie anzubieten.
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