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Bei Fleischern wird Peperoni zu Fußballrasen

Gewürzspezialist Jan Thiede (rechts) erklärt den künftigen Fleischern und Fachverkäuferinnen jeden Arbeitsschritt.  Fotos (2): A. Stegemann/Montage: S. Tews
Gewürzspezialist Jan Thiede (rechts) erklärt den künftigen Fleischern und Fachverkäuferinnen jeden Arbeitsschritt. Fotos (2): A. Stegemann/Montage: S. Tews

VonAngela Stegemann


Nur Steaks und Würstchen auf dem Grill? Dass
es weitaus mehr gibt,
das brachte Fachberater
Jan Thiede künftigen Fleischern und Fachverkäuferinnen
bei. Ganz wichtig: eine einfallsreiche Präsentation. Und was bietet sich beim anstehendenChampions League-Finale diesbezüglich an? Richtig: Deko,
die mit Fußball zu tun hat, natürlich.

Pasewalk.Nadine Schmidt hat aus ihrer Kindheit tolle Erinnerungen. Wenn bei ihr zuhause geschlachtet wurde, dann war das für sie einfach schön. So entstand auch ihr Berufswunsch, Fleischerin zu werden. Das Handwerk erlernt sie nun im zweiten Lehrjahr bei Trend Food in Strasburg. Gestern allerdings, da war für Nadine und ihre Mitschüler an der Berufsschule des Landkreises in der Pasewalker Zweigstelle einiges
anders. Erstmals gab es nämlich für Schüler des zweiten und dritten Lehrjahres ein Seminar mit Workshop.
Jan Thiede, Fachberater der Gewürzfirma AVO, und sein Kollege waren nach Pasewalk gekommen. Passend zur Jahreszeit ging es um Grillspezialitäten. Da sind sich die beiden Männer mit Fachlehrer Olaf Petri einig: Mittelständische Fachfleischereien haben vor allem eine Chance zu überleben, wenn sie den Kunden etwas Besonderes bieten. „Im Trend ist es, weniger zu kaufen, dafür aber mit Qualität“, weiß der Lehrer.
Da Steaks und Würstchen jeder auf dem Grill zubereitet, zeigt Fachmann Jan Thiede, was sich noch so alles mit Fleisch anstellen lässt. Er rät den künftigen Fleischern, sich an aktuellen Ereignissen zu orientieren. Was liegt also näher, als das Champions League-Finale am kommenden Sonnabend? „Lieber kleine Fleischstücke, dafür mehr Sorten“, rät der Fachmann. Abgesehen vom Salz kann man mit Gewürzen ruhig verschwenderisch sein.
Ein Favorit, aus dem Spezialitäten entstehen, ist nicht allzu fetter Schweinebauch. Daraus entstehen beispielsweise Schnecken, die gut vorbereitet und vor dem Grillen in Stücke geschnitten werden können.
Die Grillzubereitungen tragen Namen wie Trillerpfeife und scharfe Kurven. Dabei werden die Peperonis im Fleisch mit ein wenig Fantasie zum Fußballrasen.
„Je hübscher präsentiert,
desto leichter ist der Verkauf“, sagt der Fachberater.
Zwischendurch mahnt
er immer wieder zur Sauberkeit. „Hände waschen und die Reste wegwischen!“ Nicht nur den Schülern macht das dreistündige Seminar sichtlich Spaß, auch ihrem Fachlehrer Olaf Petri. „So etwas werden wir jetzt öfter machen“, kündigt er an. Olaf Petri hofft, dass seine Schüler die vielen Ideen jetzt auch in ihre Ausbildungsbetriebe tragen. Das praktische Rüstzeug erhalten sie meist in Fleischereien in Pasewalk, Greifswald, Anklam und Strasburg sowie auf der Insel Usedom. Auch Vertreter der Firmen waren eingeladen, aber sie hatten keine Zeit.
Olaf Petri ist sicher, dass das Grillspezialitäten-Seminar für die künftigen Fleischer des dritten Lehrjahres auch eine gute Prüfungsvorbereitung ist: im Juli stehen die ersten an.

Kontakt zur Autorin
a. stegemann@nordkurier.de

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