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von Redaktion
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„Es fehlt nur noch eine Luftsteuer.“ Mit jedem Liter Diesel mehr im Tank seines Transporters steigt die Wut von Heinz Schulz. Der Strasburger Taxiunternehmer spricht von Abzocke des Staates und der Mineralölkonzerne. „Man macht sich ja nur noch für die Steuer krumm“, schimpft Heinz Schulz und ist überzeugt, dass das ganze Wirtschaftssystem kränkelt und eine Inflation unausweichlich ist. Nach Polen zum Tanken brauche er nicht fahren, dort seien die Preise fast genauso hoch.
Er habe inzwischen auch sechs serienmäßig ausgerüstete Gasfahrzeuge, mit denen er Dialyse-Patienten fährt. Das sei eine Alternative, weil der Gaspreis derzeit bei 72, 73 Cent liege. „Bei den derzeitigen Benzin- und Diesel-Preisen könnte man die Dialyse-Patienten gar nicht mehr fahren“, sagt Heinz Schulz. Letztlich würde das Preis-Hoch dazu führen, dass man Mitarbeiter nicht mehr halten oder nur noch auf Zuverdienst-Basis beschäftigen kann, so der Strasburger Taxiunternehmer.
Tankstellen-Pächter: Staat kümmere sich nicht um Pendler
Diesel war am Mittwoch in der Region zwischen 1,42 und 1,54 Euro zu haben, Super kostete zwischen 1,58 und 1,68 Euro. Bernd Wirzbicki, Pächter der Agip-Tankstelle in Pasewalk, kann den Unmut der Kraftfahrer verstehen. Auch er ärgert sich über die hohen Preise. „Aber wir haben keinen Einfluss darauf. Das wird uns vorgegeben“, so Bernd Wirzbicki. Der Staat verdiene sagenhaft an der Öko-, Mineralöl- und Mehrwertsteuer beim Kraftstoff. Der Staat braucht Geld und kümmere sich nicht um diejenigen, die täglich mit dem Auto zur Arbeit fahren müssen. Viele Kraftfahrer würden längst nicht mehr den Tank ganz füllen und gezielt schauen, wann der Kraftstoff günstiger zu haben sei, sagt Wirzbicki.
Die Branche begründet die hohen Preise an der Zapfsäule mit den gestiegenen Beschaffungskosten für Ölprodukte am europäischen Markt in Rotterdam, bei gleichzeitig schwachem Euro. „Es gibt eine enorme Nachfrage nach Rohöl“, erklärt die Sprecherin des Mineralölwirtschaftsverbands, Karin Retzlaff. Den Asien-Boom führt Rainer Wiek vom Hamburger Energie-Informationsdienst EID an. Auch der derzeitige Iran-Konflikt spiele eine Rolle. Der Ölboykott gegen bestimmte Staaten treibe die Preise nach oben. Außerdem drohe der Iran mit der Sperrung der Straße von Hormus, durch welche ein Fünftel der weltweiten Öltransporte laufen. Zudem haben sich die Spekulationen an den Finanzmärkten verstärkt.
Diese Aufregung tue dem Markt nicht gut: „Wenn es keine Beruhigung gibt, wird der Öl-Preis auf einem konstant hohen Niveau bleiben“, sagt Wiek weiter. Der Tipp des ADAC an Autofahrer bleibt wie bisher: Nicht nur auf günstigere Wochentage achten, sondern die Preise mehrerer Tankstellen vergleichen. „Wer preisbewusst tankt, spart nicht nur Geld, sondern stärkt auch den Wettbewerb auf dem Kraftstoffmarkt“, sagt Matthias Schmitting vom ADAC.
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