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Bis zum Schulcampus ist es ein langer Weg

VonRainer Marten

Weil das Gymnasium Löcknitz seit 1992 konsequent auf den deutsch-polnischen Aspekt setzte, wurde der Standort nicht nur erhalten, sondern auch großzügig mit Mitteln der Euroregion Pomerania saniert. Kann diese Erfolgsgeschichte wiederholt werden?

Löcknitz.„Geld ist die eine Seite. Inhalt eine zweite.“ – Peter Heise, Geschäftsführer der Kommunalgemeinschaft Euroregion Pomerania bringt es mit dieser Formulierung auf den Punkt. Seit ihrer Gründung ist die Euroregion Pomerania so angelegt, dass sie Projekte auf den Weg bringt, die Grenzen überwinden. Sprachgrenzen. Grenzen des kulturellen Zusammenlebens. Bedingungen, die Begegnung unmöglich machen.
Das gilt am Ende auch für alle Bauprojekte, die über die ganz unterschiedlichen Programme gefördert wurden. Sie wurden immer dann auf den Weg gebracht, wenn bildlich gesprochen Grenzen fallen. Die Europaschule Deutsch-Polnisches Gymnasium ist eben genau ein solches Beispiel, das Barrieren kippte – und deshalb über einen langen Zeitraum großzügig gefördert wurde.
Möglich ist das auch für alle anderen Bereiche in Löcknitz, sagt Peter Heise. Seit einer geraumen Zeit diskutieren der Landkreis und die Gemeinde Löcknitz gemeinsam mit der Pomerania die Idee, ein Schulcampus, so der Arbeitstitel, zu errichten. Es handelt sich um ein Projekt, das gemeinsame Begegnungen ermöglicht. Räume für Bildung könnten so entstehen. „Das Interreg VA-Programm startet am 1. Januar 2014. Anschließend werden die Verwaltung und Kontrollsysteme entstehen“, schlüsselt Peter Heise auf, wie sich das neue Programm entwickelt. Etwa bis Mitte 2014 werden die Förderanträge bearbeitet; etwa Ende 2014, Anfang 2015 tagt dann der Vergabeausschuss und entscheidet über die Projektanträge“, umreißt Peter Heise den weiteren Fahrplan. „Über Interreg VA werden die Projekte zu 85 Prozent gefördert, die verbleibenden 15 Prozent Eigenleistungen könne für den Antragsteller eine Hürde sein; Sonderbedarfszuweisungen könnten hier das Problem klären.“
Wie gesagt: Geld ist die eine Seite. Inhalt eine zweite. Wer in die Interreg-VA-Förderung kommen möchte, muss konzeptionell überzeugen, ist sich Peter Heise sicher. „Der Ansatz ist sicher, dass der Bildungsbereich gestärkt wird. Es muss von Anbeginn klar sein, was inhaltlich und dann auch baulich geschehen soll“, sagt er. In Löcknitz müssen alle Schulen eine Rolle spielen, also auch die Förderschule. Schließlich muss auch geklärt werden, was passiert auf der Seite des Partners in Polen? Schon jetzt sollten derartige Fragen in Arbeitsgruppen geklärt werden. Fazit: Die Pomerania als Retter? Das ist durchaus realistisch.

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