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Brötchen, Brot und Kuchen am laufenden Band

Armin Klatt wiegt Blätterteig für die Weiterverarbeitung ab, jeweils neun Kilogramm schwer ist so ein Teigklumpen.  FOTOs: F. Lucius
Armin Klatt wiegt Blätterteig für die Weiterverarbeitung ab, jeweils neun Kilogramm schwer ist so ein Teigklumpen. FOTOs: F. Lucius

VonFred Lucius

Die Firma Unser Heimat- bäcker(Lila-Bäcker) zählt
zu den größten Betrieben
in Pasewalk. Bis aufs kleinste Detail durchorganisiert ist die Produktion bei
dem Backunternehmen.
Davon machten sich die Mitglieder des städtischen Wirtschaftsausschusses
und Bürgermeister
Rainer Dambach ein Bild.

Pasewalk.Eine Stunde hat Katrin Köppen, die Vorsitzende des Pasewalker Wirtschaftsausschusses, für den Betriebsrundgang vorgesehen. Doch schnell wird klar, dass dieser Plan beim Besuch der Firma Unser Heimatbäcker in Pasewalk nicht einzuhalten ist. Die Gäste müssen sich Kittel anziehen, Kopfhauben und Füßlinge überstreifen. Bartträger bekommen zudem eine Mundhaube. Dann geht es zum Waschen und Desinfizieren der Hände. Da ist schon eine Viertelstunde herum.
„Das muss sein. Schließlich stellen wir Lebensmittel her. Und da ist Hygiene das A und O“, sagt Magnus Müller, verantwortlich für Qualitätssicherung bei Unser Heimatbäcker, auch Lila-Bäcker genannt. Seit drei Jahren, so berichtet Magnus Müller, hat die Firma das Zertifikat ISF 6. Das ist ein anerkannter und weltweit geltender Standard für Lebensmittelhersteller, wobei der Schwerpunkt auf Lebensmittelsicherheit sowie der Qualität der Verfahren und Produkte liegt. „Die Zertifizierung ist notwendig, weil wir Kartonware produzieren und sonst kein Verkauf in den Großhandel möglich ist“, erläutert Müller. Im Unternehmen selbst gibt es einen Schwarz- und Weißbereich für die Mitarbeiter. Für die Produktion und Verwaltung sind die Aufenthaltsräume genau definiert. Die Mitarbeiter bekommen jeden Tag neue Arbeitskleidung, die per Strichcode jedem genau zugeordnet werden kann.
In der Produktion selbst ist alles bis ins Detail durchorganisiert. Rund um die Uhr wird in dem Backunternehmen gearbeitet, nur mit einer stundenweise Unterbrechung am Sonnabend. Wobei es keinen Schichtdienst im eigentlichen Sinn gibt, vielmehr wird in den einzelnen Abteilungen „schwimmend“ gewechselt, sagt Magnus Müller und führt die Gäste an einem der drei großen Backöfen vorbei. Hier laufen gerade Vollkornbrote durch, rund 300 Grad ist es an der heißesten Stelle des Ofens.
Am Tag verlassen den Pasewalker Betrieb, in dem 150 Mitarbeiter tätig sind, um die 13 000 Brote und ein Zigfaches an Brötchen, zudem etliche Kuchen- und Tortensorten. Beliefert von Pasewalk aus werden 101 Filialen – bis nach Greifswald und Usedom im Norden sowie in den Berliner Randbereich im Süden. In Gägelow bei Wismar gibt es eine weitere Produktionsstätte, die unter anderem zehn Filialen in Schleswig-Holstein mit Backwaren versorgt. „Was am schnellsten alt wird, wird zuletzt produziert. So sind die Fett-
bäcker die letzten, die um 14Uhr beginnen“, verdeutlicht der Qualitätsverantwortliche.
Das Mehl bezieht der Betrieb von der Mühle in Jarmen, in Hochzeiten werden die drei Außensilos für Weizen und Roggen fünfmal pro Woche bestückt. Auch Frischware kommt täglich. Dazu zählt Obst wie Erdbeeren,
die das ganze Jahr über verarbeitet werden. „Erdbeer-Kuchen verlangen die Kunden vom 1. Januar bis 31. Dezember“, betont Magnus Müller. Da komme der Heimatbäcker nicht umhin, auf ausländische Lieferanten zurückzugreifen. 2012 ist es dem Backbetrieb erstmals gelungen, in der Erdbeer-Saison nur Ware aus Deutschland zu verarbeiten.

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